Gelesen: Don’t love me von Lena Kiefer

ab 14 Jahre, erschienen am 12.10.20 bei cbj

Worum geht’s?
Nachdem ihr geplantes Design-Praktikum abgesagt wird, nimmt Kenzie notgedrungen die Möglichkeit war, eines in Schottland zu machen. Dort lernt sie den Sohn der Hotelbesitzerin kennen, Lyall, der jedoch alles andere als beliebt ist – im Gegenteil, sie wird sogar vor ihm gewarnt. Doch sie kann die Anziehungskraft, die zwischen ihnen herrscht, nicht ignorieren…

Das Buch und ich...

  1. Warum ich dieses Buch lesen wollte
    Eine junge Frau, die einen eigenen Campervan besitzt und damit quasi ans Ende des Landes fährt um ein Praktikum fürs Studium zu machen… Das ist jetzt vielleicht nichts weltbewegendes, aber ich bin ein großer Fan von Campervans – erst recht, wenn sie einen Namen haben. Und Schottland gibt als Setting einiges her, man braucht eben nicht immer pulsierende Metropolen für tolle Geschichten.
  2. Wie war’s beim Lesen?
    Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen, ich war schnell in der Geschichte drin und mindestens ebenso schnell in der schottischen Umgebung versunken. Tatsächlich hat mich besonders der Campervan Loki und die Natur Schottlands begeistert, es war fast so, als wäre ich selbst hingefahren.
  3. Die Personen
    Ich tue mich ja immer etwas schwer mit Protagonisten, die die Familie am Laufen halten obwohl noch ein Elternteil da ist, das an sich bei klarem Verstand ist, aber sei’s drum. Ich mochte Kenzie trotzdem. Weil sie die Dinge anpackt, weil sie ihren Campervan selbst ausgebaut hat und sie ein Ziel vor Augen hat. Lyall mochte ich auch, wobei er natürlich manchmal ein echter Kotzbrocken sein kann, was in dieser Art Geschichte ja immer mit den tragischen Dingen erklärt werden kann, die alles kompliziert machen.
  4. Die Story
    Ach ja, patentes Mädchen trifft auf Badboy bzw. gutaussehenden Typen mit einem Geheimnis in der Vergangenheit. Aber man weiß ja, was einen prinzipiell in diesem Genre erwartet. Kenzie will eigentlich gar nicht weg von Zuhause, aus Angst, dass dort dann einiges schief läuft, aber sie braucht dieses Praktikum um ihr Studium so schnell wie möglich beenden zu können. Lyall will einfach nur die vorgeschriebene Zeit in Schottland verbringen und dabei möglichst unsichtbar bleiben, er zieht jedoch allein durch seine Anwesenheit den Unmut der Einwohner des Dorfes auf sein und auch Kenzie macht es ihm nicht gerade leicht. Schlagfertige Dialoge, ein wenig Romantik, eine Prise Drama. Fertig.
  5. Was möchte ich sonst noch zu diesem Buch sagen?
    Da es der erste Teil einer Trilogie ist, war mir ja klar, dass am Ende nicht alle Unklarheiten beseitigt sein können, aber dann kommt dieser wirklich fiese Cliffhanger von dem man einerseits total begeistert ist (weil er toll gemacht ist), den man andererseits total doof findet (weil man ja unbedingt SOFORT weiterlesen will, aber noch eine gefühlte Ewigkeit auf die Fortsetzung warten muss). Also: am Besten ihr lest erst, wenn ihr alle drei Teile zu Hause habt.

Fazit
Für mich einer der besten Romane des Genres NA/YA, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Ideal zum Wegträumen für gemütliche Lesestunden, am besten ungestört, damit man das Buch nicht aus der hand legen muss – das ist nämlich schwer.

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