Alles neu im neuen Jahr?

Wenn das alte Jahr zu Ende geht, genauer gesagt immer dann, wenn Weihnachten vorbei ist, macht sich Aufbruchstimmung bei mir breit. Ich lasse das vergangene Jahr Revue passieren und frage mich, was das Leben wohl im neuen Jahr für mich bereit hält. Und ich mache Pläne fürs neue Jahr. In der Regel sind das Highlights wie Konzertbesuche oder Urlaub, aber auch ein paar Kleinigkeiten, die ich mir gerne an- oder abgewöhnen möchte. Nun ist das mit den großen Plänen in diesem Jahr etwas schwierig, da das große C wohl noch eine Zeit lang unter uns ist und niemand so recht weiß, wann das „normale“ Leben wieder los geht.

Es gibt viele Themen, mit denen ich mich 2020 mehr oder weniger auseinandergesetzt habe. Nachhaltigkeit, Minimalismus, aber auch der Frage, was ich eigentlich will. Wie soll mein Leben aussehen und was muss ich dafür tun? Ehrlich gesagt, habe ich keine abschließende Antwort darauf gefunden. Aber das ist nicht weiter tragisch, denn leben heißt Veränderung. Man lernt dazu und das, was einem gestern noch richtig erschien, kann morgen schon wieder überflüssig geworden sein. Nichtsdestotrotz habe ich ein paar Vorsätze fürs neue Jahr gefasst und auch wenn die Erfahrung zeigt, dass sie oft nicht eingehalten werden – irgendwas bleibt immer hängen. Dank Flylady ist beispielsweise mein Bett seit einem Jahr jeden Tag direkt nach dem Aufstehen von mir gemacht worden. Ich habe mir anfangs gedanklich an die Stirn getippt als ich las, dass es ein ganz anderes Gefühl ist, wenn man sich täglich in ein gemachtes Bett legt anstatt in eines, das noch genauso verknüllt ist wie nach dem Aufstehen – aber es stimmt. Genauso wie die Tatsache, dass man besser gelaunt ist, wenn man morgens eine saubere Küche betritt anstatt eine, wo sich auf der Arbeitsplatte noch das dreckige Geschirr vom Vortag stapelt.

Aber kommen wir zu den Dingen, die ich mir für 2021 vorgenommen habe.

  1. Weniger Zeug, mehr Zeit = mein Minimalismus-Projekt
    Wann immer ich in den schicken, aufgeräumten, spärlich mit Schränken ausgestatteten Wohnräumen meiner Freunde sitze, frage ich mich, wo zum Henker die eigentlich ihre ganzen Sachen aufbewahren. Die Antwort ist: in den paar Schränken, die sie haben. Wieso schaffen sie das? Die Antwort: im Gegensatz zu mir haben sie offensichtlich nicht so viel Krempel.
    Ich bin ein Sammler. Ich kann so ziemlich alles brauchen. Irgendwann mal. Was natürlich zur Folge hat, dass sich bei mir allerhand (unnütze) Dinge angesammelt haben, die ich seit ihrer Anschaffung (jahrelang) nicht benötigt habe und die ich vermutlich auch in den nächsten Jahren nicht benötigen werde. Ich weiß das und trotzdem kann ich mich nicht davon trennen weil in meinem Unterbewusstsein verankert ist, dass ich das alles brauche. Brauche ich aber nicht. Spätestens seit ich 2019 eine Woche mit einem Wohnwagen unterwegs war – mit gerade mal einem Wäschekorb voller Klamotten, einem Einkaufskorb voller Lebensmittel und einem Karton voller „Freizeit“ (Bücher, Schreibkram, Fotoapparat, etc.), weiß ich, dass ich mit sehr wenig Zeug durchaus eine sehr schöne Zeit haben kann.
    2021 werde ich mich von so viel überflüssigen Dingen wie möglich trennen. Verkaufen, verschenken, wegwerfen. Ich habe am 30.12. schon angefangen, von daher bin ich mal vorsichtigt optimistisch, dass ich das hinbekomme…
  2. Nachhaltigkeit
    Ich kann gar nicht mehr genau sagen, wie ich zu diesem Thema gekommen bin – soweit ich mich erinnere, ist es mit einem Instagram Account angefangen, dem ich seit einer Weile folge. Ein Pärchen, dass sich einen Zirkuswagen zu einem Tiny Haus umgebaut hat (ich mag Menschen, die einer Sache mit Leidenschaft nachgehen, egal ob sie ein Tiny Haus bauen, einen Gemüsegarten pflegen oder zig Bücher lesen) und dem es wichtig ist, nachhaltig, also sorgsam im Umgang mit unseren Ressourcen, zu leben. Also bin ich mit meinen Tupperdosen an die Fleischtheke im Supermarkt gestiefelt und hab gefragt, ob sie mir meine Wurst dort hineinpacken… Auch Obst und Gemüse kaufe ich mittlerweile weitestgehend plastikfrei ein und seit kurzem gibt es in der Nähe einen unverpackt-Laden, wo ich beispielsweise Gewürze oder Putzmittel abfüllen kann.
    2021 möchte ich damit weitermachen und es, wenn möglich noch ausdehnen, was auf dem platten Land nicht unbedingt einfach ist, aber ich werde mal schauen, was geht.
  3. gesünder Leben / auf Ernährung achten und sportlich aktiv sein
    Der Klassiker unter den Neujahrsvorsätzen. Alle Jahre wieder nehme ich es mir vor, aber ich bin längst nicht da, wo ich sein möchte. Aber wenn man seine Schwachstellen kennt, kann man daran arbeiten…
    2021 here we go again.

Das sind meine drei wichtigsten Vorsätze fürs neue Jahr. Okay, ich könnte noch ein paar dazuschreiben, aber die fallen vermutlich eher unter die Kategorie „Wünsche für 2021“. Und je länger so eine Liste ist, umso größer ist die Chance, dass man gar nichts auf die Reihe bekommt, weil es nach viel Arbeit aussieht. Ich würde mich im Großen und Ganzen auch nicht als besonders ehrgeizig bezeichnen, aber wenn ich etwas will, kann ich schon einen ordentlichen Dickkopf entwickeln…
Ich werde regelmäßig berichten, wie ich vorankomme.

Wenn ihr mögt, erzählt mir gerne von euren Vorsätzen für 2021.

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