gelesen: Lina Gustafsson – Die Schlachthaus-Tagebücher

„Die Schlachthaus-Tagebücher“ von Lina Gustafsson

übersetzt aus dem Schwedischen von Maike Barth
erschienen am 01. März 2021 bei Ullstein extra
240 Seiten

Welches Buch hast du zuletzt gelesen?
Die Schlachthaus-Tagebücher.

Worum geht’s da?
Die Autorin Lina Gustafsson ist Tierärztin und hat sich als Veterinärin bei einem Schlachthof beworben um dort die Tierschutzrichtlinien zu überwachen. Im Buch erzählt sie wie der Ablauf dort ist, was ihre Aufgaben sind und wie sie versucht, etwas zu verändern.

Wie bist du auf dieses Buch gekommen?
Beim Stöbern in einer großen Buchhandelskette ist es mir ins Auge gesprungen. Wegen des Titels und dem Schweinchen auf dem Cover. Ich hab den Klappentext gelesen und fand den Satz „Wer dieses Buch liest, wird nie wieder Fleisch essen!“ ehrlich gesagt so provokant, dass ich es unbedingt lesen wollte. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass ich aufhöre Fleisch zu essen, nur weil ich ein Buch gelesen habe.

Okay, wie war das Buch?
Am Anfang habe ich mich bei jedem Tagebucheintrag gefragt, warum in Gottes Namen, tut sie sich das an? Sie ist Vegetarierin und möchte in einem Schlachthof etwas für den Tierschutz tun – echt jetzt? Das passte für mich einfach nicht zusammen.
Sie tut sich schwer. Sie ist dafür zuständig, die Tierschutzrichtlinien zu überwachen, doch es gibt einen schmalen Grat zwischen „noch im Rahmen des erlaubten“ und „nicht mehr tolerierbar“. Täglich steht sie vor der Frage, ob das, was sie selbst als falsch ansieht, eine Meldung nach sich ziehen muss oder ob sie durch ihre eigenen Ansichten manches zu kritisch beurteilt. Die Kollegen sind nett, auch hilfsbereit. Viele haben resigniert. Hatten andere Träume und sind doch immer noch hier.

„Ich kann nur schwer mitansehen, wenn es den Tieren schlecht geht“, sage ich. „Wie gehst du damit um?“
Sie blickt mich ernst an. „Es ist, wie es ist. Manchmal muss man einfach wegschauen. Und akzeptieren, dass man nicht alles verändern kann.“

„Die Schlachthaus-Tagebücher“ S. 95

Lina bemüht sich. Schreibt Berichte, redet mit den Angestellten um die Verhältnisse zu verbessern. Manchmal gelingt es eine Zeit lang, oft ändert sich nichts. Weil es nicht praktikabel ist. Nicht wirtschaftlich. Mit jedem Tagebucheintrag spürt man als Leser, dass diese Arbeit Lina verändert. Sie möchte so gerne etwas tun, das den Tieren ihren letzten Weg erträglicher macht, ihr wird jedoch immer mehr bewusst, dass das, was sie hier erreichen kann, nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Bis sie schließlich zu dem Punkt kommt, an dem sie einsieht, dass sie nicht bleiben kann. Am Ende wartet auf jedes Tier der Tod.

Es gibt keine Gnade

„Die Schlachthaus-Tagebücher“ S. 147

Und? Wirst du jetzt Vegetarier?
Nein. Ich habe eine Ausbildung zur Landwirtin gemacht. Ich kenne den Ablauf vom Verladen eines Tieres auf den Transport bis zur Schlachtung, denn mein Chef hat es mir damals ermöglicht, einen Schlachthof zu besuchen. Natürlich bin ich mir im Klaren darüber, dass es Probleme und schwarze Schafe in allen Bereichen gibt, aber grundsätzlich gehe ich davon aus, dass diese in der Minderheit sind.

Möchtest du sonst noch etwas zu diesem Buch sagen?

Aber was ist mit all dem, worüber wir nicht sprechen?
Es geht nicht nur um die Schmerzen vor dem Tod. Es geht auch darum, wofür sie stehen: dass uns die Gefühle, die Wünsche, das Leben der Tiere nichts bedeuten.

Die Schlachthaus-Tagebücher S.192

Es ist wichtig, dass wir uns Gedanken machen. Über unseren Fleischkonsum und darüber, was diesem vorgelagert ist. Was möchten wir für uns? Was möchten wir für die Tiere? Und wie passen meine Bedürfnisse bezüglich meines Fleischkonsums zu den Bedürfnissen der Tiere, die ich später auf meinem Teller haben möchte?
Tatsache ist: wenn ich jeden Tag die abgepackte Wurst und das billige Fleisch aus dem Supermarkt esse darf ich nicht erwarten, dass es von einem glücklichen Bioschwein kommt, das jeden Tag von seinem Halter gestreichelt wurde und sich selig in einer Suhle wälzte bevor es einen Tag später völlig unerwartet und deshalb relativ stressfrei zu Leckereien verarbeitet wurde. Genauso wenig muss ich aber alle Fleischesser verteufeln, denn (auch wenn das jetzt etwas flapsig formuliert ist) schon die Steinzeitmenschen haben Mammuts gegessen.
Ich kann mich entscheiden, ob ich viel und billig möchte und dafür in Kauf nehme, dass die Tiere, die dafür sterben müssen eben nicht unter „Idealbedingungen“ aufwachsen, oder ob ich mich entscheide, meinen Fleischkonsum einzuschränken und mir dafür aber das teurere Fleisch direkt vom Produzenten bzw. aus der Metzgerei hole (und nein, damit meine ich nicht die Fleischtheke im Supermarkt).

Jeder muss das für sich entscheiden.

Auf jeden Fall gibt es von mir aber eine ganz große Leseempfehlung. Das Buch gibt einen guten Einblick in den Schlachtbetrieb und regt definitiv zum Nachdenken an.

gelesen: Die Spionin von Imogen Kealey

„Die Spionin“ von Imogen Kealey

erschienen bei Rütten & Loening (18.02.2020)
übersetzt von Gabriele Weber-Jaric
Seiten: 457

Anmerkung: Hinter dem Pseudonym Imogen Kealey stecken Imogen Robertson (eine Autorin historischer Romane) und der Drehbuchautor Darby Kealey. „Die Spionin“ ist ihr erster gemeinsamer Roman. Er beruht auf der wahren Geschichte von Nancy Wake.

Worum geht’s?
Der Roman, der auf einer wahren Geschichte beruht, handelt von Nancy Wake, einer gebürtigen Australierin die über Umwege nach Frankreich kam wo sie ihren Mann Henri kennenlernte und sich nach der Besetzung Frankreichs durch die Nationalsozialisten der Résistance anschloss. Zunächst erledigt sie nur Botengänge und leistet auch (dank ihres erfolgreichen Mannes) finanzielle Unterstützung. Sie hat den Spitznamen „die weiße Maus“ und gehört zu den meistgesuchtesten Personen Frankreichs, wobei die Nazis lange nach einem Mann suchen.
Als ihr Mann verhaftet wird bekommt sie einen Hinweis und flieht nach England, wo sie zur Agentin ausgebildet wird und schließlich als solche nach Frankreich zurückkehrt und als Anführerin der Partisanen gegen die Deutschen kämpft.

Klingt spannend.
Das ist es auch. Schon von den ersten Seiten an spürt man Nancys unbändigen Willen alles zu tun was in ihrer Macht steht, um die Deutschen aufzuhalten. Auch wenn sie anfangs „nur“ Botengänge erledigt, geht sie ein hohes Risiko ein. Ein wenig scheint es, als fühle sie sich durch ihren Status bzw. den ihres Mannes ein Stück weit unbesiegbar, doch spätestens als ihr Mann verhaftet wird, wird klar, wo ihr Schwachpunkt liegt. Aber sie hat einen starken Willen und auch wenn sie Henri aus tiefstem Herzen liebt, so kann sie den Kampf gegen die Nazis nicht aufgeben. Immer wieder gerät sie in Situationen, in denen sie nicht ernst genommen wird, weil sie eine Frau ist, doch davon lässt sie sich nicht aufhalten. Sie erarbeitet sich ihren Respekt, wobei sie oft kompromisslos ist und sich mit ihrem Verhalten zwar ihre Stellung sichert, jedoch nicht unbedingt Sympathiepunkte erwirbt.

Hat sie Erfolg mit ihrer Mission?
Wir wissen alle, wie der zweite Weltkrieg ausgegangen ist. Nancy (und natürlich alle anderen) haben gekämpft. Sie hat sinnlose Morde mitangesehen, Menschen verloren, die ihr ans Herz gewachsen waren und musste selbst Menschen töten. Sie war in gewissem Sinne erfolgreich, wobei es in Anbetracht der Situation wohl nichts ist, womit man herumprahlen würde. So, wie sie im Buch dargestellt wird, würde ich sagen: sie hat getan was nötig war.

Fazit?
„Die Spionin“ ist ein spannender Roman, der den Leser von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Man spürt regelrecht, in welche Gefahr Nancy sich jedes Mal begibt und hofft jedes Mal, dass sie unbeschadet bleibt (obwohl man es ja lange Zeit weiß, denn ohne die Hauptperson wäre das Buch ja zu Ende). Außerdem wurde ich durch dieses Buch, das auf der wahren GEschichte der Nancy Wake beruht, wieder auf einen Aspekt der Geschichte aufmerksam, mit dem ich mich bislang nicht intensiver beschäftigt habe.
Dieses Buch gehört definitiv zu meinen Lesehighlights des Jahres.

Sonst nochwas?
Für Interessierte gibt es im Anhang noch weitere Buchtipps zu Nancy Wake, außerdem wird dort erklärt, was im Buch nicht der Realität entspricht und aus welchen Gründen die Autoren es für die Geschichte angepasst haben.

gelesen: Arne Hoffmann – Quickies

erschienen am 31.03.2021 bei Blue Panther Books

Worum gehts?
Wie der Titel schon sagt, es geht um schnellen Sex an ungewöhnlichen Orten. Wie man sich dem Thema annähern kann und was man tun kann (oder sollte) damit es ein erfüllendes Erlebnis und kein totaler Reinfall wird.

Wenn man bekanntermaßen viel liest, wird man hin und wieder nach der aktuellen Lektüre gefragt. Zugegeben, je nachdem wer mir diese Frage stellt, nenne ich auch schonmal den Titel des Buches, das ich vor dem aktuellen gelesen habe. Manchen Leuten möchte man vielleicht einfach nicht auf die Nase binden, womit man sich so beschäftigt. Aber das kommt eher selten vor. Ich habe ja zudem den Vorteil, in einer Buchhandlung zu arbeiten und da ist es ratsam, sich durch so ziemlich alles zu lesen, was man finden kann.
Trotzdem hier mal zwei Beispiele wohin sich bei mir die „Was liest du?“ Frage entwickeln kann.

Was liest du?
„Quickies. Sex an ungewöhnlichen Orten. Erotik Ratgeber.“

Echt jetzt? Warum?
„Weil ich grundsätzlich neugierig bin. Auf alles. Naja, fast alles. Außerdem ist Sex ein allgegenwärtiges Thema.“

Hmmm…

Es folgt der Moment des nachdenklichen Schweigens, in dem mein Gegenüber entweder darüber nachdenkt, wie man am geschicktesten auf ein unverfänglicheres Thema überleitet, oder darüber, ob da nicht vielleicht doch eine Frage zum Buch oder zum Thema im Kopf herumspukt, die gestellt werden könnte. Falls die Hemmschwelle überwunden werden kann.

Ein gänzlich anderer Gesprächsverlauf würde mich bei meinem besten Freund erwarten.

Big: „Was liest du?“
Ich: „Quickies. Sex an ungewöhnlichen Orten. Ein Erotik Ratgeber.“

Auf seinem Gesicht breitet sich ein Grinsen aus bei dem ich gar nicht fragen muss, was ihm gerade durch den Kopf geht und bei dem ich genau weiß, was als nächstes passiert. Er wird Fragen stellen. Fragen, die mir nicht gefallen, weil sie mich dazu zwingen, mich aus meiner persönlichen Komfortzone hinauszubewegen.
Big: „Interessant. Und?“
Ich: „Offenbar sind Quickies eine Wissenschaft für sich, die ausreichende Planung für eine erfolgreiche Umsetzung benötigen.“

Er grinst schon wieder. Weil er ebenso gut wie ich weiß, dass meine Antwort zwar eine Antwort war, allerdings nicht das, was ihn tatsächlich interessiert.
Big: „Um welche ungewöhnlichen Orte geht es?“
Ich: „Balkon, Aufzug, Restauranttoilette, Auto, Wald, Wasser… Ich bin mir allerdings gerade nicht sicher, ob die die tatsächlich als so ungewöhnlich bezeichnen würde.“

Das ist der Moment, in dem Big völlig schmerzbefreit eine Frage raushaut, die ihm in diesem Moment durch den Kopf geht, mir jedoch die Schamesröte ins Gesicht treibt.
Big: „Was davon hast du schon durch?“

STOPP!

Ich erspare euch (und vor allem mir) die Antwort, gebe aber zu, dass er eine bekäme (auch wenn ich mir in dem Moment vermutlich lieber einen Knoten in die Zunge machen würde). Eine die ihn ein wenig überrascht, zu weiteren Nachfragen führt (auf dich ich ebenfalls antworte) bis wir irgendwann an den Punkt gelangen, an dem wir an die sich stetig verändernden Grenzen unserer Freundschaft stoßen und uns über andere Dinge unterhalten.

Ich habe dieses Buch also gelesen. Es liest sich ganz gut (nicht nach „Bedienungsanleitung“ obwohl es irgendwie genau das ist), lässt einen hin und wieder Schmunzeln (Thema: Sex im Auto. Da ist immer etwas im Weg. Entweder man stößt irgendwo dran, drückt auf die Hupe oder löst die Alarmanlage aus.), bietet aber auch ein paar Informationen, die man bislang wohl nicht unbedingt hatte (Sex in der Öffentlichkeit ist keine Straftat, sondern nur eine Ordnungswidrigkeit. Zumindest in Deutschland. Obacht wenn ihr im Ausland auf solche Ideen kommt…).

Neuerscheinungen April

Auch der April hält eine Menge Wunschbücher für mich bereit.
Die Coverrechte liegen beim jeweiligen Verlag.

Anica Plaßmann – Sexfrei

Es gibt ja mittlerweile einige Bücher mit so „darüber spricht man nicht“-Themen und ich gebe zu, dass ich zu denen gehöre, die dann erst recht neugierig werden. Deshalb möchte ich auch gerne das am 01.04.21 (kein Witz) erscheinende Buch lesen.
Die Autorin ist Sexual-Therapeuten, weiß also (wahrscheinlich) wovon sie schreibt…
320 Seiten, Knaur

Svenja Lassen – Meer Momente wie dieser

Zeit für einen Wohlfühl-Roman. Nachdem sie sich jahrelang vor dem Leben versteckt ist, verbringt Sina nicht ganz freiwilllig einen Sommer auf Sylt. Doch auch wenn es manchmal problematisch wird, ist sie fest entschlossen ihre Liste mit aufregendenden „Meer Momenten“ abzuhaken. Bis sie schließlich feststellt, dass es manchmal wichtig ist, loszulassen.
336 Seiten, Blanvalet, 19.04.21

Brigid Kemmerer – Ein Fluch so ewig und kalt

Ebenfalls am 19.04.21 erscheint der Auftakt der Emberfall-Trilogie, einer Fantasy-Reihe für Leser/innen ab 14 Jahren.
Prinz Rhen muss ein Mädchen finden, dass ihn auf ewig liebt – gelingt ihm das nicht, verwandelt er sich in eine Bestie und das Mädchen muss sterben. Dann wählt er Harper aus, die schon mit ganz anderen Kerlen fertig geworden ist…
560 Seiten, Heyne fliegt

Hakan Östlundh – Der Winter des Propheten

Band 1 der Elias Krantz Trilogie erscheint am 19.04.21
Elias, dessen Vater bei einem Bombenanschlag in einem Hotel in Sarajevo stirbt, versucht, gemeinsam mit Ylva, einer Kollegin seines Vaters, dessen Tod aufzuklären. Doch je mehr sie herausfinden, umso mehr bringen sie sich selbst in Gefahr.
544 Seiten, Goldmann

Kate Meader – Love Breaker

Liebe bricht alle Regeln ist der Auftakt einer Reihe und erscheint am 06.04.21
Rechtsanwalt, der davon überzeugt ist, dass es die wahre Liebe nicht gibt, meets Wedding-Plannerin, die seine Prinzipien ins Wanken bringt. Noch Fragen?
352 Seiten, Piper

Anne Stern – Der Himmel über der Stadt

Am 21.04.21 erscheint der 3.Teil von Fräulein Gold, der Hebamme aus Berlin.
1924 arbeitet Hulda an der Frauenklinik in Berlin-Mitte. Eine junge schwangere stirbt bei einer Operation, die der Chef-Gynäkologe Breitenstein durchgeführt hat. Hulda stößt auf Ungereimtheiten, rennt jedoch gegen eine Mauer des Schweigens in der die Männer ihre Vorherrschaft schützen wollen.
448 Seiten, rowohlt Polaris

Neuerscheinungen März

Der März gehört zu den Monaten, in denen viele Bücher es auf meine Wunschliste geschafft haben. Welche das sind, erfahrt ihr heute.
Die Coverrechte liegen beim jeweiligen Verlag.

Lena Kiefer – Don’t leave me

Am 01.03.21 erscheint ENDLICH das Finale der fesselnden Trilogie um Lyall und Kenzie, die mich in den letzten zwei Teilen mit echt fiesen Cliffhangern zurückließ.
Lyall wird des Mordes angeklagt und Kenzie versucht alles, um seine Unschuld zu beweisen, doch jemand ist ihr immer einen Schritt voraus und Lyall fragt sich, ob er und Kenzie überhaupt eine Chance haben.
432 Seiten, cbj

Viveca Sten – Das Grab in den Schären

Auf den mittlerweile 10. Fall für Thomas Andreasson musste ich eine ganze Weile warten und am 04.03.21 kann ich ihn endlich lesen.
Auf einer Schäreninsel werden Knochen gefunden und Thomas Andreasson soll klären, ob die Spur tatsächlich zu einer der zwei Frauen führt, die seit Jahren vermisst werden. Seine gute Freundin Nora, die krank geschrieben ist, ermittelt auf eigene Faust und riskiert damit ihre Freundschaft. Aber eins ist klar: Jemand auf der Insel kennt die Wahrheit…
416 Seiten, Kiepenheuer & Witsch

Jochen Till – Ein Dämon im Klassenzimmer

Am 10.03.21 erscheint Band 9 aus der Luzifer junior Reihe – illustriert von Jochen Frey.
Luzie hat von seinem letzten Besuch in der Hölle einen Dämon eingeschleppt und dieser ist in Luzies Lehrer Herrn Holzapfel gefahren…
192 Seiten, Loewe

Anna Brüggemann – Trennungsroman

Thomas und Eva könnten eigentlich den nächsten Schritt machen und heiraten. Doch Thomas ist sich plötzlich nicht mehr sicher und als Eva seine Zweifel bemerkt, tut sie alles mögliche, um ihre Beziehung zu retten. Und auch Thomas will noch nicht aufgeben.
416 Seiten, Ullstein, erscheint am 29.03.21

Juli Zeh – Über Menschen

Wie schon ihr Roman „Unter Leuten“ spielt ihr neues Werk,das am 22.03.21 erscheint, in einem Dorf in Brandenburg. Dora ist aus der Stadt hierher geflohen, weiß jedoch selbst nicht so genau, was sie hier draußen eigentlich sucht. Ihr Nachbar entspricht anscheinend sämtlichen Vorurteilen über Rechte und es geschehen Dinge, mit denen niemand gerechnet hat.
416 Seiten, Luchterhand

Katrin Biber – Seelensport

Dass sich Bewegung positiv auf das psychische Wohlbefinden auswirkt, ist in zahlreichen Studien belegt. Die Autorin hat selbst einige Schicksalsschläge erlebt (wie sie nach dem Mord an ihrer Schwester ins Leben zurückfand, erzählt sie in dem Buch „Larissas Vermächtnis“) und einen Weg entwickelt, Gefühle durch Bewegung auszudrücken und so unter anderem Trauer zu bewältigen.
224 Seiten, Piper, 01.03.21

C.C. Benison – Tod im Buckingham Palast

Der Auftakt der neuen Reihe „Ihre Majestät ermittelt“ erscheint am 26.03.21.
Die Queen stolpert eines Tages über die Leiche eines ihrer Lakaien. Da von Selbstmord ausgegangen wird, legt die Polizei den Fall zu den Akten. Doch sowohl die Queen als auch das Hausmädchen Jane gehen von einem Verbrechen aus – und ermitteln selbst!
333 Seiten, Lübbe

Tania Witte – Marilu

So ganz schlau bin ich aus der Beschreibung des Inhalts des am 11.03.21 erscheinenden Buches nicht geworden. Aber es klingt nach einem rasanten und spannenden Roadtrip, in der Ellie und Marilus Bruder lasse sich auf die Suche nach Marilu machen.
Über die Kunst, das Leben zu lieben, wenn es schwierig ist.
288 Seiten, Arena Verlag

Jenny Colgan – Wo Geschichten neu beginnen

Am 01.03.21 erscheint der 3. Teil der „Happy Ever After“ Reihe, in dem es um die Londoner Krankenschwester Lissa geht, die mit dem Ex-Soldaten Cormack für drei Monate die Wohnung tauscht und sich nun in einem Schottischen Dorf aufhält. Per Mail helfen sich die beiden gegenseitig bei der Eingewöhnung, bis schließlich etwas neues entsteht…
512 Seiten, Piper

Eine recht abwechslungsreiche Liste diesen Monat. Wie ist das bei euch, bevorzugt ihr ein Genre oder lest ihr querbeet?

Motivation

Ich habe mir, wie wahrscheinlich viele von euch auch, für 2021 ein paar Dinge vorgenommen, komme damit jedoch leider nicht so voran, wie ich es mir gewünscht hätte. Mir fehlt also ein wenig die Motivation.

Motivation.

Was ist das eigentlich?
Woher kommt sie?
Und, was vielleicht noch wichtiger ist, wie finde ich sie, wenn sie mir verloren gegangen ist?

Okay. Gute Fragen.

Was ist Motivation?

Motivation ist alles das, was uns dazu antreibt, das zu tun, was wir tun.

Woher kommt sie?

Frage: Warum gehst du arbeiten?
Weil du Geld zum Leben brauchst, weil du deinen Job liebst, weil es da den besten Kaffee gibt, um dich mit Kollegen auszutauschen…

Wie unschwer zu erkennen ist, gibt es mehrere Faktoren, die uns motivieren können. Dies sind zum Einen äußere (intrinsische) Faktoren wie die Aussicht auf eine Gehaltserhöhung (materieller Anreiz) oder die Zugehörigkeit zu einer Gruppe (sozialer Anreiz) zum Anderen Faktoren, die aus uns selbst kommen (intrinsisch). Dazu gehören beispielsweise Interesse an der Sache an sich oder die Herausforderung etwas zu schaffen. Wenn die Motivation aus uns selbst kommt, ist sie in der Regel länger „haltbar“ während äußere Anreize unter Umständen verändert werden müssen (zum Beispiel noch mehr Gehalt) um weiter zu wirken.

Man unterscheidet übrigens die „Weg-von-Motivation“ (ein unerwünschter Zustand soll verändert werden) von der „Hin-zu-Motivation“ (ein bestimmter Zustand soll erreicht werden). Der Unterschied liegt vor allem darin, dass bei „hin-zu“ ein konkretes Ziel vorhanden ist, auf das man in der Regel mit einem Plan hinarbeitet und oft länger motiviert ist als bei „weg-von“, wo man unter Umständen eher unstrukturiert vorgeht und daher schneller die Motivation verliert.

Woher bekommst du (neue) Motivation?

  1. Definiere ein erreichbares Ziel. Es ist wichtig, dass es für dich eine Bedeutung hat, denn wenn du weißt warum und wofür du etwas tust, fällt es dir leichter, dich zu motivieren.
  2. Motivatoren erkennen. Finde heraus, was dich motiviert. Geld? Anerkennung? Erfolg? Ein schönes Umfeld?
  3. Demotivatoren ausschalten. Was steht dir im Weg? Wenn möglich, räum es aus dem Weg oder überleg dir, wie du es austricksen kannst.
  4. Meilensteine benennen. Wenn du dir Zwischenziele setzt, kannst du auf dem Weg kleine Erfolge feiern, die deine Motivation erhalten.
  5. Limits setzen. Wenn du dir eine Deadline setzt, arbeitest du effizienter und erreichst dein Ziel besser.
  6. Routinen schaffen. Die erhöhen vielleicht nicht unbedingt die Motivation, aber sie geben dir die Sicherheit, dass du immer noch auf dem richtigen Weg bist.
  7. Belohnungen gönnen. Auch kleine Erfolge dürfen – sollen – gefeiert werden. Nichts motiviert mehr als zu sehen, was man schon geschafft hat.

Was hilft sonst noch?

Gruppendynamik. Wenn du vielen Menschen von deinem Vorhaben erzählst, hilft es, dir, dich zu motivieren.

Geh raus. Hin und wieder sollte man eine Runde an der frischen Luft drehen und sich das Hirn durchpusten lassen. Kleine Auszeiten zum Kraft tanken sind wichtig.

Musik. Mit der richtigen Playlist geht vieles leichter.

„Wessen wir am meisten im Leben bedürfen ist jemand, der uns dazu bringt, das zu tun, wozu wir fähig sind.“

Ralph Waldo Emerson

Und du? Was motiviert dich?

Neuerscheinungen Februar

Besser spät als gar nicht, stelle ich heute die Bücher vor, auf die ich mich im Februar freue.
Die Coverrechte liegen beim jeweiligen Verlag.

Malin Klingenberg – Elchtage

Am 19.02.21 erscheint diese Geschichte über einen neuen Lebensabschnitt, übers Freunde verlieren und Freunde finden, die erste Liebe und die Liebe zu Elchen.
224 Seiten, dtv Reihe Hanser

Stephanie Schuster – Von allem nur das Beste

Der 2. Band aus der Reihe „Die Wunderfrauen“ kommt am 24.02.21 in die Buchhandlungen. Anfang der 1960er Jahre hat Luise in ihrem kleinen Laden viel zu tun und auch im Leben der anderen Frauen passiert eine Menge, nicht nur Positives.
Eine kleine Reise in die Vergangenheit, auf die ich sehr gespannt bin.
480 Seiten, Fischer Verlag

Amy Suiter Clarke – Der Countdown Killer

Elle beschäftigt sich in ihrem True-Crime-Podcast mit dem Countdown Killer, der immer drei Frauen im Abstand von drei Tagen entführte und sie innerhalb einer Woche ermordete – bis eins seiner Opfer fliehen konnte. Nun wird wieder eine Frau entführt und es stellt sich die Frage, ob es sich um einen Nachahmer handelt oder der Countdown Killer zurück ist. Es verspricht spannende Unterhaltung ab dem 24.02.21
432 Seiten, Fischer Scherz

Jochen Till/Raimund Frey – Cornibus & Co

Endlich! Der 2.Teil über den süßen Hausdämon mit einer Vorliebe für Schokolade erscheint am 10.02.21. Cornibus will SOFORT verstecken spielen und Luzie muss ihn suchen, obwohl der eigentlich gar keine Zeit dafür hat…
144 Seiten, Loewe WOW

Caroline Bernard – Die Frau von Montparnasse

Am 15.02.21 gibt es Nachschub für Fans der Reihe über „mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe“. Dieses Mal ist die Schriftstellerin, Philosophin und Feministin Simone de Beauvoir die Hauptperson.
448 Seiten, Aufbau Taschenbuch

Auf welche Bücher freut ihr euch im Februar?

Neuerscheinungen Januar

Zu Beginn des Monats möchte ich euch immer ein paar Bücher vorstellen, die es auf meine Wunschliste geschafft haben. Im Januar habe ich dafür fünf Schätzchen ausgesucht…

Thérèse Lambert – Die Rebellin

Aus der Reihe „Mutige Frauen zwischen Aufbruch und Liebe“ erscheint am 18.1.21 der 4.Band. Dieses Mal geht es um Lou Andreas-Salome, die als eine der klügsten Frauen ihrer Zeit gilt und ihr Herz an Rainer Maria Rilke verliert.
416 Seiten, Aufbau Taschenbuch

Kira Mohn – Free like the Wind

Nach „Wild like a River“ erscheint am 26.1.21 der 2. Teil der Kanada-Dilogie. Die Protagonisten sind Rae und Cayden, die uns aus dem ersten Teil als Freunde von Haven und Jackson bekannt sind. Während Raes Leben seit einem Schicksalsschlag stillsteht ist Cayden ein Aufreißer, der scheinbar nichts ernst nimmt…
368 Seiten, Kyss (Rowohlt)

Susan Wiggs – Die Buchhandlung zum Gück

Zugegeben, Bücher, in denen es um Buchhandlungen, Bibliotheken oder Bücherwürmer geht, ziehen mich magisch an…
Nach einem Schicksalsschlag zieht Natalie nach San Francisco. Sie möchte für ihren Großvater da sein und übernimmt außerdem dessen Buchhandlung… Ein Wohlfühlroman, der am 26.1.21 erscheint.
384 Seiten, HarperCollins

Jana Fallert – Schwarzwälder Kirschmorde #1

Am 29.1.21 erscheint der Auftakt einer Cosy Crime Serie im idyllischen Schwarzwald. Zuckerbäckerin Isabella übernimmt das Café ihrer Großmutter – jedoch ohne zu wissen, dass schon einmal jemand nach dem Verzehr einer vergifteten Schwarzwälder Kirschtorte gestorben ist. Ihr Kindheitsfreund Florian hilft ihr herauszufinden, ob ihre Oma in diesen Mord verwickelt war…
320 Seiten, Lübbe

Lydia Benecke – Betrüger, Hochstapler, Blender…

Zu guter Letzt ein Sachbuch das ebenfalls am 29.1.21 erscheint. Die Psychologin Lydia Benecke erzählt Fallgeschichten von Menschen, die erfolgreich jahrelang die Öffentlichkeit täuschten, und erklärt, was psychologisch dahinter steckt.
400 Seiten, Lübbe

Alles neu im neuen Jahr?

Wenn das alte Jahr zu Ende geht, genauer gesagt immer dann, wenn Weihnachten vorbei ist, macht sich Aufbruchstimmung bei mir breit. Ich lasse das vergangene Jahr Revue passieren und frage mich, was das Leben wohl im neuen Jahr für mich bereit hält. Und ich mache Pläne fürs neue Jahr. In der Regel sind das Highlights wie Konzertbesuche oder Urlaub, aber auch ein paar Kleinigkeiten, die ich mir gerne an- oder abgewöhnen möchte. Nun ist das mit den großen Plänen in diesem Jahr etwas schwierig, da das große C wohl noch eine Zeit lang unter uns ist und niemand so recht weiß, wann das „normale“ Leben wieder los geht.

Es gibt viele Themen, mit denen ich mich 2020 mehr oder weniger auseinandergesetzt habe. Nachhaltigkeit, Minimalismus, aber auch der Frage, was ich eigentlich will. Wie soll mein Leben aussehen und was muss ich dafür tun? Ehrlich gesagt, habe ich keine abschließende Antwort darauf gefunden. Aber das ist nicht weiter tragisch, denn leben heißt Veränderung. Man lernt dazu und das, was einem gestern noch richtig erschien, kann morgen schon wieder überflüssig geworden sein. Nichtsdestotrotz habe ich ein paar Vorsätze fürs neue Jahr gefasst und auch wenn die Erfahrung zeigt, dass sie oft nicht eingehalten werden – irgendwas bleibt immer hängen. Dank Flylady ist beispielsweise mein Bett seit einem Jahr jeden Tag direkt nach dem Aufstehen von mir gemacht worden. Ich habe mir anfangs gedanklich an die Stirn getippt als ich las, dass es ein ganz anderes Gefühl ist, wenn man sich täglich in ein gemachtes Bett legt anstatt in eines, das noch genauso verknüllt ist wie nach dem Aufstehen – aber es stimmt. Genauso wie die Tatsache, dass man besser gelaunt ist, wenn man morgens eine saubere Küche betritt anstatt eine, wo sich auf der Arbeitsplatte noch das dreckige Geschirr vom Vortag stapelt.

Aber kommen wir zu den Dingen, die ich mir für 2021 vorgenommen habe.

  1. Weniger Zeug, mehr Zeit = mein Minimalismus-Projekt
    Wann immer ich in den schicken, aufgeräumten, spärlich mit Schränken ausgestatteten Wohnräumen meiner Freunde sitze, frage ich mich, wo zum Henker die eigentlich ihre ganzen Sachen aufbewahren. Die Antwort ist: in den paar Schränken, die sie haben. Wieso schaffen sie das? Die Antwort: im Gegensatz zu mir haben sie offensichtlich nicht so viel Krempel.
    Ich bin ein Sammler. Ich kann so ziemlich alles brauchen. Irgendwann mal. Was natürlich zur Folge hat, dass sich bei mir allerhand (unnütze) Dinge angesammelt haben, die ich seit ihrer Anschaffung (jahrelang) nicht benötigt habe und die ich vermutlich auch in den nächsten Jahren nicht benötigen werde. Ich weiß das und trotzdem kann ich mich nicht davon trennen weil in meinem Unterbewusstsein verankert ist, dass ich das alles brauche. Brauche ich aber nicht. Spätestens seit ich 2019 eine Woche mit einem Wohnwagen unterwegs war – mit gerade mal einem Wäschekorb voller Klamotten, einem Einkaufskorb voller Lebensmittel und einem Karton voller „Freizeit“ (Bücher, Schreibkram, Fotoapparat, etc.), weiß ich, dass ich mit sehr wenig Zeug durchaus eine sehr schöne Zeit haben kann.
    2021 werde ich mich von so viel überflüssigen Dingen wie möglich trennen. Verkaufen, verschenken, wegwerfen. Ich habe am 30.12. schon angefangen, von daher bin ich mal vorsichtigt optimistisch, dass ich das hinbekomme…
  2. Nachhaltigkeit
    Ich kann gar nicht mehr genau sagen, wie ich zu diesem Thema gekommen bin – soweit ich mich erinnere, ist es mit einem Instagram Account angefangen, dem ich seit einer Weile folge. Ein Pärchen, dass sich einen Zirkuswagen zu einem Tiny Haus umgebaut hat (ich mag Menschen, die einer Sache mit Leidenschaft nachgehen, egal ob sie ein Tiny Haus bauen, einen Gemüsegarten pflegen oder zig Bücher lesen) und dem es wichtig ist, nachhaltig, also sorgsam im Umgang mit unseren Ressourcen, zu leben. Also bin ich mit meinen Tupperdosen an die Fleischtheke im Supermarkt gestiefelt und hab gefragt, ob sie mir meine Wurst dort hineinpacken… Auch Obst und Gemüse kaufe ich mittlerweile weitestgehend plastikfrei ein und seit kurzem gibt es in der Nähe einen unverpackt-Laden, wo ich beispielsweise Gewürze oder Putzmittel abfüllen kann.
    2021 möchte ich damit weitermachen und es, wenn möglich noch ausdehnen, was auf dem platten Land nicht unbedingt einfach ist, aber ich werde mal schauen, was geht.
  3. gesünder Leben / auf Ernährung achten und sportlich aktiv sein
    Der Klassiker unter den Neujahrsvorsätzen. Alle Jahre wieder nehme ich es mir vor, aber ich bin längst nicht da, wo ich sein möchte. Aber wenn man seine Schwachstellen kennt, kann man daran arbeiten…
    2021 here we go again.

Das sind meine drei wichtigsten Vorsätze fürs neue Jahr. Okay, ich könnte noch ein paar dazuschreiben, aber die fallen vermutlich eher unter die Kategorie „Wünsche für 2021“. Und je länger so eine Liste ist, umso größer ist die Chance, dass man gar nichts auf die Reihe bekommt, weil es nach viel Arbeit aussieht. Ich würde mich im Großen und Ganzen auch nicht als besonders ehrgeizig bezeichnen, aber wenn ich etwas will, kann ich schon einen ordentlichen Dickkopf entwickeln…
Ich werde regelmäßig berichten, wie ich vorankomme.

Wenn ihr mögt, erzählt mir gerne von euren Vorsätzen für 2021.

Gelesen: Hexenjäger von Max Seeck

Erschienen bei Lübbe am 21.12.2020

Worum geht’s?
Ein Mörder stellt die Morde einer Bestseller-Trilogie nach. Die Kommissarin Jessica Niemi und ihr Team ermitteln, doch es scheint als sei der Täter ihnen immer genau einen Schritt voraus. Dann fällt auf, dass die Opfer Jessica verblüffend ähnlich sehen…

Das Buch und ich…

  1. Warum ich das Buch lesen wollte
    Ein kurzer Titel, ein düsteres Cover, bei dem man beinahe die Kälte und die Gänsehaut spürt, die mir im Thriller-Genre wichtig sind. Dazu eine kurze Inhaltsbeschreibung, bei der ich sofort angefixt war und wissen wollte a)wie die Morde ausgeführt wurden, b)wie der Täter an die Informationen kommt, die er benötigt, um der Polizei voraus zu sein und c)was das alles mit der Kommissarin zu tun hat oder ob das ein Zufall ist. Dazu ziehen mich finnische Autoren an, da gerade aus Skandinavien richtig gute Thriller kommen
  2. Wie war’s beim Lesen?
    Den Schreibstil habe ich als recht nüchtern empfunden, was mich nach einer Lesepause immer für zwei bis drei Sätze aus dem Tritt gebracht hat, doch ich habe jedes Mal wieder schnell in die Geschichte hineingefunden. Es gibt zwar keine ausgeschmückten Beschreibungen, man erhält jedoch alle wichtigen Informationen, die sich in meinem Kopf zu relativ deutlichen Bildern zusammengefügt haben. Auch die leicht düstere Atmosphäre, die unter anderem durch den Hintergrund der Mordserie entsteht, ist deutlich spürbar.
  3. Die Personen
    Die Kommissarin Jessica gilt bei ihren Kollegen als schwierig und außer ihrem Vorgesetzten Erne scheint sie niemand wirklich zu kennen. Im Lauf des Buches erfährt man Einiges über ihre Vergangenheit, so dass mit der Zeit ein deutlicheres Bild von ihr als Person entsteht. Neben Erne gibt es noch zwei Männer, die in ihrem Leben eine etwas größere Rolle spielen, wobei Jessica auch diese nicht allzu nahe an sich heran lässt. Da ist ihr Kollege Yussuf, mit dem sie ein Team bildet, und Fubu, mit dem sie eine unverbindliche Beziehung hat, die auf gelegentlichen Treffen basiert, bei denen sie Sex haben.
  4. Die Story
    Die Geschichte an sich ist vom ersten Moment an spannend – auch was Jessicas Vergangenheit betrifft, auch wenn diese sich anfangs eher störend anfühlt weil nichts aufregendes passiert. Jedes Mal, wenn man glaubt, dem Täter auf der Spur zu sein gibt es eine überraschende Wendung, die sich gut in die Geschichte einfügt und nicht konstruiert wirkt. So sind die Ermittler (ebenso natürlich der „mitermittelnde“ Leser) immer wieder gezwungen, ihre bislang gewonnenen Fakten neu zu sortieren und Schlüsse zu ziehen.
  5. Was möchte ich sonst noch zu diesem Buch sagen?
    Außer, dass ich es super finde? Hm, eine Menge.
    Die Idee, das Morde nach dem Vorbild einer Bestseller-Trilogie verübet werden, ist zwar nicht neu, aber ich war neugierig, wie der Autor es in diesem Buch umgesetzt hat. Um die Antwort vorweg zu sehen – er hat es grandios gemacht. Denn obwohl die Ermittler den richtigen Ansatz verfolgen, so scheint es doch, dass der oder die Täter ihnen immer genau einen Schritt voraus sind und dass ein Plan dahinter steckt, der sich weder der Polizei noch dem Leser erschließt. Mehr als einmal muss die entwickelte Theorie über den Haufen geworfen werden, so wird die Spannung bis zum Ende aufrecht erhalten und das Buch wirkt zu keinem Zeitpunkt in die Länge gezogen.

Fazit

Wenn man mit diesem Buch angefangen hat, ist es schwer wieder aus der Hand zu legen. Ein hohes Erzähltempo, eine unverschnörkelte Erzählweise, durchgängig spannend und mit überraschenden Wendungen.
Dieses Buch gehört zu meinen Top 10 des Jahres, vielleicht sogar zu den Top 5.