Neuerscheinungen Januar

Zu Beginn des Monats möchte ich euch immer ein paar Bücher vorstellen, die es auf meine Wunschliste geschafft haben. Im Januar habe ich dafür fünf Schätzchen ausgesucht…

Thérèse Lambert – Die Rebellin

Aus der Reihe „Mutige Frauen zwischen Aufbruch und Liebe“ erscheint am 18.1.21 der 4.Band. Dieses Mal geht es um Lou Andreas-Salome, die als eine der klügsten Frauen ihrer Zeit gilt und ihr Herz an Rainer Maria Rilke verliert.
416 Seiten, Aufbau Taschenbuch

Kira Mohn – Free like the Wind

Nach „Wild like a River“ erscheint am 26.1.21 der 2. Teil der Kanada-Dilogie. Die Protagonisten sind Rae und Cayden, die uns aus dem ersten Teil als Freunde von Haven und Jackson bekannt sind. Während Raes Leben seit einem Schicksalsschlag stillsteht ist Cayden ein Aufreißer, der scheinbar nichts ernst nimmt…
368 Seiten, Kyss (Rowohlt)

Susan Wiggs – Die Buchhandlung zum Gück

Zugegeben, Bücher, in denen es um Buchhandlungen, Bibliotheken oder Bücherwürmer geht, ziehen mich magisch an…
Nach einem Schicksalsschlag zieht Natalie nach San Francisco. Sie möchte für ihren Großvater da sein und übernimmt außerdem dessen Buchhandlung… Ein Wohlfühlroman, der am 26.1.21 erscheint.
384 Seiten, HarperCollins

Jana Fallert – Schwarzwälder Kirschmorde #1

Am 29.1.21 erscheint der Auftakt einer Cosy Crime Serie im idyllischen Schwarzwald. Zuckerbäckerin Isabella übernimmt das Café ihrer Großmutter – jedoch ohne zu wissen, dass schon einmal jemand nach dem Verzehr einer vergifteten Schwarzwälder Kirschtorte gestorben ist. Ihr Kindheitsfreund Florian hilft ihr herauszufinden, ob ihre Oma in diesen Mord verwickelt war…
320 Seiten, Lübbe

Lydia Benecke – Betrüger, Hochstapler, Blender…

Zu guter Letzt ein Sachbuch das ebenfalls am 29.1.21 erscheint. Die Psychologin Lydia Benecke erzählt Fallgeschichten von Menschen, die erfolgreich jahrelang die Öffentlichkeit täuschten, und erklärt, was psychologisch dahinter steckt.
400 Seiten, Lübbe

Alles neu im neuen Jahr?

Wenn das alte Jahr zu Ende geht, genauer gesagt immer dann, wenn Weihnachten vorbei ist, macht sich Aufbruchstimmung bei mir breit. Ich lasse das vergangene Jahr Revue passieren und frage mich, was das Leben wohl im neuen Jahr für mich bereit hält. Und ich mache Pläne fürs neue Jahr. In der Regel sind das Highlights wie Konzertbesuche oder Urlaub, aber auch ein paar Kleinigkeiten, die ich mir gerne an- oder abgewöhnen möchte. Nun ist das mit den großen Plänen in diesem Jahr etwas schwierig, da das große C wohl noch eine Zeit lang unter uns ist und niemand so recht weiß, wann das „normale“ Leben wieder los geht.

Es gibt viele Themen, mit denen ich mich 2020 mehr oder weniger auseinandergesetzt habe. Nachhaltigkeit, Minimalismus, aber auch der Frage, was ich eigentlich will. Wie soll mein Leben aussehen und was muss ich dafür tun? Ehrlich gesagt, habe ich keine abschließende Antwort darauf gefunden. Aber das ist nicht weiter tragisch, denn leben heißt Veränderung. Man lernt dazu und das, was einem gestern noch richtig erschien, kann morgen schon wieder überflüssig geworden sein. Nichtsdestotrotz habe ich ein paar Vorsätze fürs neue Jahr gefasst und auch wenn die Erfahrung zeigt, dass sie oft nicht eingehalten werden – irgendwas bleibt immer hängen. Dank Flylady ist beispielsweise mein Bett seit einem Jahr jeden Tag direkt nach dem Aufstehen von mir gemacht worden. Ich habe mir anfangs gedanklich an die Stirn getippt als ich las, dass es ein ganz anderes Gefühl ist, wenn man sich täglich in ein gemachtes Bett legt anstatt in eines, das noch genauso verknüllt ist wie nach dem Aufstehen – aber es stimmt. Genauso wie die Tatsache, dass man besser gelaunt ist, wenn man morgens eine saubere Küche betritt anstatt eine, wo sich auf der Arbeitsplatte noch das dreckige Geschirr vom Vortag stapelt.

Aber kommen wir zu den Dingen, die ich mir für 2021 vorgenommen habe.

  1. Weniger Zeug, mehr Zeit = mein Minimalismus-Projekt
    Wann immer ich in den schicken, aufgeräumten, spärlich mit Schränken ausgestatteten Wohnräumen meiner Freunde sitze, frage ich mich, wo zum Henker die eigentlich ihre ganzen Sachen aufbewahren. Die Antwort ist: in den paar Schränken, die sie haben. Wieso schaffen sie das? Die Antwort: im Gegensatz zu mir haben sie offensichtlich nicht so viel Krempel.
    Ich bin ein Sammler. Ich kann so ziemlich alles brauchen. Irgendwann mal. Was natürlich zur Folge hat, dass sich bei mir allerhand (unnütze) Dinge angesammelt haben, die ich seit ihrer Anschaffung (jahrelang) nicht benötigt habe und die ich vermutlich auch in den nächsten Jahren nicht benötigen werde. Ich weiß das und trotzdem kann ich mich nicht davon trennen weil in meinem Unterbewusstsein verankert ist, dass ich das alles brauche. Brauche ich aber nicht. Spätestens seit ich 2019 eine Woche mit einem Wohnwagen unterwegs war – mit gerade mal einem Wäschekorb voller Klamotten, einem Einkaufskorb voller Lebensmittel und einem Karton voller „Freizeit“ (Bücher, Schreibkram, Fotoapparat, etc.), weiß ich, dass ich mit sehr wenig Zeug durchaus eine sehr schöne Zeit haben kann.
    2021 werde ich mich von so viel überflüssigen Dingen wie möglich trennen. Verkaufen, verschenken, wegwerfen. Ich habe am 30.12. schon angefangen, von daher bin ich mal vorsichtigt optimistisch, dass ich das hinbekomme…
  2. Nachhaltigkeit
    Ich kann gar nicht mehr genau sagen, wie ich zu diesem Thema gekommen bin – soweit ich mich erinnere, ist es mit einem Instagram Account angefangen, dem ich seit einer Weile folge. Ein Pärchen, dass sich einen Zirkuswagen zu einem Tiny Haus umgebaut hat (ich mag Menschen, die einer Sache mit Leidenschaft nachgehen, egal ob sie ein Tiny Haus bauen, einen Gemüsegarten pflegen oder zig Bücher lesen) und dem es wichtig ist, nachhaltig, also sorgsam im Umgang mit unseren Ressourcen, zu leben. Also bin ich mit meinen Tupperdosen an die Fleischtheke im Supermarkt gestiefelt und hab gefragt, ob sie mir meine Wurst dort hineinpacken… Auch Obst und Gemüse kaufe ich mittlerweile weitestgehend plastikfrei ein und seit kurzem gibt es in der Nähe einen unverpackt-Laden, wo ich beispielsweise Gewürze oder Putzmittel abfüllen kann.
    2021 möchte ich damit weitermachen und es, wenn möglich noch ausdehnen, was auf dem platten Land nicht unbedingt einfach ist, aber ich werde mal schauen, was geht.
  3. gesünder Leben / auf Ernährung achten und sportlich aktiv sein
    Der Klassiker unter den Neujahrsvorsätzen. Alle Jahre wieder nehme ich es mir vor, aber ich bin längst nicht da, wo ich sein möchte. Aber wenn man seine Schwachstellen kennt, kann man daran arbeiten…
    2021 here we go again.

Das sind meine drei wichtigsten Vorsätze fürs neue Jahr. Okay, ich könnte noch ein paar dazuschreiben, aber die fallen vermutlich eher unter die Kategorie „Wünsche für 2021“. Und je länger so eine Liste ist, umso größer ist die Chance, dass man gar nichts auf die Reihe bekommt, weil es nach viel Arbeit aussieht. Ich würde mich im Großen und Ganzen auch nicht als besonders ehrgeizig bezeichnen, aber wenn ich etwas will, kann ich schon einen ordentlichen Dickkopf entwickeln…
Ich werde regelmäßig berichten, wie ich vorankomme.

Wenn ihr mögt, erzählt mir gerne von euren Vorsätzen für 2021.

Gelesen: Hexenjäger von Max Seeck

Erschienen bei Lübbe am 21.12.2020

Worum geht’s?
Ein Mörder stellt die Morde einer Bestseller-Trilogie nach. Die Kommissarin Jessica Niemi und ihr Team ermitteln, doch es scheint als sei der Täter ihnen immer genau einen Schritt voraus. Dann fällt auf, dass die Opfer Jessica verblüffend ähnlich sehen…

Das Buch und ich…

  1. Warum ich das Buch lesen wollte
    Ein kurzer Titel, ein düsteres Cover, bei dem man beinahe die Kälte und die Gänsehaut spürt, die mir im Thriller-Genre wichtig sind. Dazu eine kurze Inhaltsbeschreibung, bei der ich sofort angefixt war und wissen wollte a)wie die Morde ausgeführt wurden, b)wie der Täter an die Informationen kommt, die er benötigt, um der Polizei voraus zu sein und c)was das alles mit der Kommissarin zu tun hat oder ob das ein Zufall ist. Dazu ziehen mich finnische Autoren an, da gerade aus Skandinavien richtig gute Thriller kommen
  2. Wie war’s beim Lesen?
    Den Schreibstil habe ich als recht nüchtern empfunden, was mich nach einer Lesepause immer für zwei bis drei Sätze aus dem Tritt gebracht hat, doch ich habe jedes Mal wieder schnell in die Geschichte hineingefunden. Es gibt zwar keine ausgeschmückten Beschreibungen, man erhält jedoch alle wichtigen Informationen, die sich in meinem Kopf zu relativ deutlichen Bildern zusammengefügt haben. Auch die leicht düstere Atmosphäre, die unter anderem durch den Hintergrund der Mordserie entsteht, ist deutlich spürbar.
  3. Die Personen
    Die Kommissarin Jessica gilt bei ihren Kollegen als schwierig und außer ihrem Vorgesetzten Erne scheint sie niemand wirklich zu kennen. Im Lauf des Buches erfährt man Einiges über ihre Vergangenheit, so dass mit der Zeit ein deutlicheres Bild von ihr als Person entsteht. Neben Erne gibt es noch zwei Männer, die in ihrem Leben eine etwas größere Rolle spielen, wobei Jessica auch diese nicht allzu nahe an sich heran lässt. Da ist ihr Kollege Yussuf, mit dem sie ein Team bildet, und Fubu, mit dem sie eine unverbindliche Beziehung hat, die auf gelegentlichen Treffen basiert, bei denen sie Sex haben.
  4. Die Story
    Die Geschichte an sich ist vom ersten Moment an spannend – auch was Jessicas Vergangenheit betrifft, auch wenn diese sich anfangs eher störend anfühlt weil nichts aufregendes passiert. Jedes Mal, wenn man glaubt, dem Täter auf der Spur zu sein gibt es eine überraschende Wendung, die sich gut in die Geschichte einfügt und nicht konstruiert wirkt. So sind die Ermittler (ebenso natürlich der „mitermittelnde“ Leser) immer wieder gezwungen, ihre bislang gewonnenen Fakten neu zu sortieren und Schlüsse zu ziehen.
  5. Was möchte ich sonst noch zu diesem Buch sagen?
    Außer, dass ich es super finde? Hm, eine Menge.
    Die Idee, das Morde nach dem Vorbild einer Bestseller-Trilogie verübet werden, ist zwar nicht neu, aber ich war neugierig, wie der Autor es in diesem Buch umgesetzt hat. Um die Antwort vorweg zu sehen – er hat es grandios gemacht. Denn obwohl die Ermittler den richtigen Ansatz verfolgen, so scheint es doch, dass der oder die Täter ihnen immer genau einen Schritt voraus sind und dass ein Plan dahinter steckt, der sich weder der Polizei noch dem Leser erschließt. Mehr als einmal muss die entwickelte Theorie über den Haufen geworfen werden, so wird die Spannung bis zum Ende aufrecht erhalten und das Buch wirkt zu keinem Zeitpunkt in die Länge gezogen.

Fazit

Wenn man mit diesem Buch angefangen hat, ist es schwer wieder aus der Hand zu legen. Ein hohes Erzähltempo, eine unverschnörkelte Erzählweise, durchgängig spannend und mit überraschenden Wendungen.
Dieses Buch gehört zu meinen Top 10 des Jahres, vielleicht sogar zu den Top 5.

Gelesen: Don’t love me von Lena Kiefer

ab 14 Jahre, erschienen am 12.10.20 bei cbj

Worum geht’s?
Nachdem ihr geplantes Design-Praktikum abgesagt wird, nimmt Kenzie notgedrungen die Möglichkeit war, eines in Schottland zu machen. Dort lernt sie den Sohn der Hotelbesitzerin kennen, Lyall, der jedoch alles andere als beliebt ist – im Gegenteil, sie wird sogar vor ihm gewarnt. Doch sie kann die Anziehungskraft, die zwischen ihnen herrscht, nicht ignorieren…

Das Buch und ich...

  1. Warum ich dieses Buch lesen wollte
    Eine junge Frau, die einen eigenen Campervan besitzt und damit quasi ans Ende des Landes fährt um ein Praktikum fürs Studium zu machen… Das ist jetzt vielleicht nichts weltbewegendes, aber ich bin ein großer Fan von Campervans – erst recht, wenn sie einen Namen haben. Und Schottland gibt als Setting einiges her, man braucht eben nicht immer pulsierende Metropolen für tolle Geschichten.
  2. Wie war’s beim Lesen?
    Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen, ich war schnell in der Geschichte drin und mindestens ebenso schnell in der schottischen Umgebung versunken. Tatsächlich hat mich besonders der Campervan Loki und die Natur Schottlands begeistert, es war fast so, als wäre ich selbst hingefahren.
  3. Die Personen
    Ich tue mich ja immer etwas schwer mit Protagonisten, die die Familie am Laufen halten obwohl noch ein Elternteil da ist, das an sich bei klarem Verstand ist, aber sei’s drum. Ich mochte Kenzie trotzdem. Weil sie die Dinge anpackt, weil sie ihren Campervan selbst ausgebaut hat und sie ein Ziel vor Augen hat. Lyall mochte ich auch, wobei er natürlich manchmal ein echter Kotzbrocken sein kann, was in dieser Art Geschichte ja immer mit den tragischen Dingen erklärt werden kann, die alles kompliziert machen.
  4. Die Story
    Ach ja, patentes Mädchen trifft auf Badboy bzw. gutaussehenden Typen mit einem Geheimnis in der Vergangenheit. Aber man weiß ja, was einen prinzipiell in diesem Genre erwartet. Kenzie will eigentlich gar nicht weg von Zuhause, aus Angst, dass dort dann einiges schief läuft, aber sie braucht dieses Praktikum um ihr Studium so schnell wie möglich beenden zu können. Lyall will einfach nur die vorgeschriebene Zeit in Schottland verbringen und dabei möglichst unsichtbar bleiben, er zieht jedoch allein durch seine Anwesenheit den Unmut der Einwohner des Dorfes auf sein und auch Kenzie macht es ihm nicht gerade leicht. Schlagfertige Dialoge, ein wenig Romantik, eine Prise Drama. Fertig.
  5. Was möchte ich sonst noch zu diesem Buch sagen?
    Da es der erste Teil einer Trilogie ist, war mir ja klar, dass am Ende nicht alle Unklarheiten beseitigt sein können, aber dann kommt dieser wirklich fiese Cliffhanger von dem man einerseits total begeistert ist (weil er toll gemacht ist), den man andererseits total doof findet (weil man ja unbedingt SOFORT weiterlesen will, aber noch eine gefühlte Ewigkeit auf die Fortsetzung warten muss). Also: am Besten ihr lest erst, wenn ihr alle drei Teile zu Hause habt.

Fazit
Für mich einer der besten Romane des Genres NA/YA, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Ideal zum Wegträumen für gemütliche Lesestunden, am besten ungestört, damit man das Buch nicht aus der hand legen muss – das ist nämlich schwer.