Neuerscheinungen Dezember

Weihnachten naht. Buchgeschenke sind gerne gesehen…

Tina Frennstedt – Das gebrannte Kind

Teil 3 der Reihe um Kommissarin Tess Hjalmarsson erscheint am 23. Dezember und verspricht wieder spannend zu werden.
416 Seiten, Lübbe

Marie Graßhoff – Hard Liquor. Der Geschmack der Nacht

Tycho ist als Nachfahrin der Götter unheimlich stark, besonders wenn sie Alkohol trinkt. Dann taucht ein Greyson auf, der behauptet ihr Geheimnis zu kennen. Als Tycho von einer SEkte entführt wird, die sich ihre Kräfte zu Nutzen machen wollen, muss sie auf Greyson vertrauen… Ich könnte mir vorstellen, dass dieses Buch kontroverse Diskussionen auslösen wird. Ich bin gespannt.
352 Seiten, erscheint bei Lübbe am 23. Dezember

Ella Perkins – Joan und der Weg in ein neues Leben

Das Norland College, in dem in England die Upper Class Nannys ausgebildet werden, gibt es wirklich. Sie sind oft in Adelskreisen angestellt. Dies ist der Auftakt einer Trilogie über drei Frauen, die sich dort ausbilden lassen und später in gut situierten Familien arbeiten…
464 Seiten, erscheint am 2. Dezember bei Piper

Neuerscheinungen November

Wendy Holden – Wallis & Edward

Die Geschichte der geschiedenen Amerikanerin Wallis Simpson und dem englischen König Edward, der sich für die Liebe und gegen die Krone entschied, ist der Stoff dieser Romanbiografie.
448 Seiten, erscheint am 01. November im List Verlag

Deniz Aytekin – Respekt ist alles

Der beliebte Schiedsrichter Deniz Aytekin hat zusammen mit dem Autoren Andreas Hock ein Buch geschrieben, in dem er dem Leser einen Einblick in den Profifußball und das Leben eines Profischiedsrichters gibt.
224 Seiten, erscheint am 16. November im Riva Verlag

Anne Stern – Die Stunde der Frauen

Der vierte Teil der Reihe um die Hebamme Fräulein Gold im Berlin der 1920er Jahre erscheint am 16. November. Hulda ist mittlerweile leitende Hebamme und mit einem Arzt aus gutem Hause verbandelt, dessen Eltern dieser VErbindung jedoch kritisch gegenüberstehen. Außerdem fühlt sich Hulda hin- und hergerissen zwischen den höheren Kreisen, in den sie durch Johann verkehrt und „ihrem“ Viertel, in dem sie immer noch „Fräulein Hulda“ ist.
464 Seiten, Rowohlt Verlag

Niclas Lahmer – Arbeitsbuch finanzielle Intelligenz

Der Titel sagt eigentlich schon alles. Es gibt so viele Dinge, die man in der Schule (oder auch von den Eltern) lernen sollte, aber nicht lernt. So ist man entweder später darauf angewiesen, dass die (Fach-)Leute, die man fragt, einem die richtigen Antworten geben oder man lernt durch ERfahrung – spät oder gar nicht. Zu spät ist es allerdings nie, finde ich.
150 Seiten, erscheint am 16. November beim Finanzbuch Verlag

gelesen: Anica Plaßmann – Sexfrei

erschienen am 01.04.2021 bei Droemer Knaur

Worum gehts?
Der Name ist Programm. Es geht um sexfreies Leben. Freiwillig oder unfreiwillig. Welche Ursachen es gibt und wie man diese (falls nötig) beseitigen kann. Mit Fallbeispielen aus der therapeutischen Arbeit der Autorin

Lasst uns über Sex reden.
Oder besser gesagt über keinen Sex.

Inklusive des Blogtitels habe ich nun schon 3x das Wort „Sex“ erwähnt, da ist mir eure Aufmerksamkeit nun bestimmt sicher, oder?

„Sexfrei“ stand schon im April auf der meiner Liste der Neuerscheinungen, auf die ich mich freue und nun habe ich es gelesen. Es ist in diesem Jahr tatsächlich das vierte Sachbuch zum Thema „Sex“ und auch wenn ich jetzt sagen könnte, dass ich keine Ahnung habe, wieso ich mich statt dessen nicht mehr mit meinem ökologischen Fußabdruck, gesunder Ernährung oder Atomphysik beschäftige, aber das wäre gelogen. Es liegt daran, dass ich in diesem Jahr ständig (beabsichtigt?unbeabsichtigt?) dazu herausgefordert werde, meine Komfortzone zu verlassen. Oder, wie Big es neulich so treffend formulierte: „Ich bin wohl wieder an irgendetwas schuld.“ Ja.

Aber kommen wir zurück zum Thema.
Sex.

Es ist ein Thema mit dem wir ständig konfrontiert werden, egal ob wir es wollen oder nicht. Deshalb sollten wir drüber reden. Sollten wir… Ob das nun so einfach ist, ist eine andere Frage. Ich persönlich habe mit dem Thema kein Problem – so lange es dabei nicht um mich geht, was wohl „normal“ und gesellschaftlich akzeptiert ist, denn wer möchte schon sein Intimleben vor jedem offenlegen? Eben.

Was fällt euch als erstes ein, wenn ihr an das Thema denkt?
Euer eigenes Sexleben? Pornos? Dass euch die Allgegenwärtigkeit von Sex nervt? Dass jeder es so machen soll wie er möchte?

Das erste, was mich beim Lesen des Buches überrascht hat war, dass Asexualität als ein „Anderssein“ bewertet wird (was bedeutet, es ist genauso eine Kategorie von Sexualität wie hetero-, homo-, trans-, intersexuell usw.), sexuelle Abstinenz jedoch als „Störung“ wie eine Krankheit behandelt wird/werden muss.

HÄ?
Wieso ist es „normal“, dass es Menschen gibt, die generell kein Begehren empfinden, diejenigen, die abstinent leben weil sie (gerade) kein Begehren empfinden (aus welchen Gründen auch immer) aber ein Problem haben, das es zu lösen gilt?

Okay, es gibt Menschen, die keinen Sex haben WEIL sie ein Problem haben. Aber genauso gibt es doch Menschen, die keinen Sex haben und damit KEIN Problem haben. Egal ob wir uns das nun vorstellen können oder nicht. Wenn jeder frei entscheiden soll, wie sein Sexualleben aussieht, warum darf es dann nicht (gesellschaftlich anerkannt) sexfrei sein?

In diesem Buch geht es um Sexabstinenz. Wer verzichtet? Warum? Wie lange? Und wie kann man das ändern? Muss man es überhaupt ändern? Genauso geht es um die Frage, wie Sex definiert wird und welchen Stellenwert Sex für uns hat/haben kann.

Dieses Buch ist nicht nur für Menschen, die sexfrei leben. Aus diesem Buch kann jeder, sofern er/sie dazu bereit ist, etwas mitnehmen. Zum Beispiel wenn man mit dem status quo seines Intimlebens nicht (mehr) zufrieden ist. Oder wenn man daran interessiert ist zu erfahren, was alles einen Einfluss auf unser Sexualleben hat – womöglich ohne das man sich dessen bewusst ist. Im Ernst: habt ihr euch schonmal über „Performancedruck“ beim Sex Gedanken gemacht? Oder darüber, welchem „Trend“ man gerade nachläuft? Zum Beispiel den gerade angesagten Intimrasuren…

Nach einer Rasur haben sie grob geschätzt für einen Tag eine ganz glatte, haarlose Haut im Schritt. Danach ziept, juckt und kratzt es…

Anica Plaßmann, sexfrei

Danke dass das mal jemand öffentlich ausspricht. Wenn ihr euch trotzdem rasieren wollt: bitte. Falls ihr es nicht wollt: man muss nicht alles mitmachen, nur weil uns irgendjemand weismachen will, dass „man“ das jetzt so macht. Oder, wie mein Vater sagen würde: „Wenn alle von der Brücke springen, springst du dann hinterher?“

Ein interessantes, informatives Sachbuch.
Ich hab Diskussionsbedarf – und ich weiß auch schon, wer dafür herhalten muss…

Fangirl #1

Ich mag Sport. Ich bin nicht sonderlich talentiert darin, selbst welchen zu treiben (was mich nicht hindert, es trotzdem zu tun – Komfortzone verlassen und so…), vor allem aber bin ich ein treuer Fan wenn es ums Zuschauen geht. Jahrelang Skispringen und Biathlon im TV, nicht zu vergessen: Kreisklassenfußball live.

Mit den Spielern der Sportfreunde Rathlosen, eine damals 2.Kreisklasse Fußballmannschaft, habe ich über Jahre Freud und Leid geteilt. Irgendwann war ich nicht mehr nur ein Fan, ich gehörte irgendwie dazu. Ich habe ihnen Wasserflaschen und Trainingsjacken hinterher getragen, Getränke verkauft, Wertsachen bewacht. Und ich durfte sie schließlich sogar mal mit Pfeife und Stoppuhr beim Zirkeltraining quälen, sowie bei Mannschaftsaktivitäten wie Weihnachtsfeiern, Boßeltouren und sonstigen Treffen dabei sein, sogar dann, wenn es hieß „ohne Frauen“. Ich war auch ein paar Mal in der Kabine, aber falls jemand von euch von einem Besuch in einer Fußballerkabine träumen sollte lasst euch gesagt sein, das ist nicht immer ein Geschenk.

Auf, beziehungsweise neben, dem Platz zu stehen fühlte sich an wie Urlaub und im Laufe der Zeit hab ich angefangen, das Stadion als mein zweites Wohnzimmer zu bezeichnen. Als den Ort, an dem du dich lässig auf ein Sitzmöbel fläzt, mit einem Bier in der Hand den Tag genießt und mehr oder weniger qualifizierte Kommentare zum Geschehen um dich herum abgibst.

Durch meinen Umzug in das Nest, in dem ich derzeit lebe, war ein wöchentliches Fußballspiel „meiner“ Jungs einfach nicht mehr machbar und da ich sie wirklich schmerzlich vermisst habe, wagte ich den Versuch, mir hier eine Fußballmannschaft zum Mitfiebern zu suchen. Dieses Experiment habe ich sehr schnell als gescheitert erklärt. Schon nach dem zweiten Spiel war mir klar, dass es nie, niemals so sein würde wie mit den Sportfreunden und mit „zweite Wahl“ wollte ich mich nicht zufrieden geben.

Nach einer Zeit diverser sportlicher Aktivitäten meinerseits, fand ich mich eines Tages auf der Tribüne einer Sporthalle wieder und schaute mir ein Handballspiel der Damen an (ich habe tatsächlich fast zwei Jahre regelmäßig am Handballtraining teilgenommen, wodurch sich zwar meine Fitness enorm verbessert, mein Talent für diesen Sport sich jedoch nicht gezeigt hat). Doch auch wenn ich mir nicht vorstellen konnte, mir regelmäßig Damenhandball anzuschauen, kam mir ein paar Jahre später die Idee, es mal mit Herrenhandball zu versuchen. Als Zuschauer natürlich.

Zu den Handballern von Blau-Weiß Dörpen kam ich annähernd so, wie damals zu den Sportfreunden. Ich kannte dort einen Spieler. Genauer gesagt zwei, denn die waren Jahre zuvor maßgeblich an meiner sportlichen „Weiterentwicklung“, wenn man es mal positiv formulieren will, beteiligt. Man hat einen ganz anderen Bezug zur Mannschaft, wenn man dort jemanden kennt und sei es nur vom Namen her oder weil man die Person schon ein paar mal irgendwo gesehen hat. Schon nach dem ersten Spiel, das ich von der Tribüne aus verfolgte, war mir klar, dass ich mir sehr gut vorstellen könnte, das öfter zu tun. Also kam ich öfter. Und dann kam Corona.

Seit zwei Wochen darf ich nun wieder in der Halle sitzen (dank der 2G-Regel auch ohne Maske) und mit der Mannschaft mitfiebern. Und während ich am Samstag so da saß, mitfieberte, jubelte und mich ärgerte, war plötzlich dieses Zuhause-Gefühl da. Das Gefühl, dass ich jedes Mal hatte (und ein wenig immer noch habe) wenn ich den heiligen Rasen des Flintenbergstadions in Rathlosen betrete. Ich bin da und der ganze andere Scheiß, über den ich mir ständig den Kopf zerbreche, ist einfach mal für zwei Stunden weg. Als hätte ich ihn vor der Tür abgegeben. Mir ist klar, dass es auch hier nie so sein wird, wie es damals bei den Sportfreunden war (das bleibt unerreicht), aber dabei zu sein und als Fan erkannt zu werden finde ich vollkommen ausreichend.

Seid ihr sportbegeistert und regelmäßig als Zuschauer irgendwo dabei? Falls ja, wie seid ihr dahingekommen?

Fernstudium #3: Lernupdate 2

Woche 2 liegt hinter mir. Viel zu erzählen gibt es nicht, aber da sich diese Woche so deutlich von der ersten unterscheidet, gibts trotzdem ein kurzes Update.

Letzte Woche:

Modul S3 (Soziologie)
Diese Woche nicht im Programm…

Modul P3 (Internationale Beziehungen)
Diese Woche ging es um die Gründung der UN, ihre Vorgängerorganisationen, ihre Organe (Generalversammlung, Sicherheitsrat etc.) und um die Arbeit bzw. Probleme.

Wie läufts?
Trotz drei studienfreien Tagen bin ich zufrieden. Ich möchte mir kein schlechtes Gewissen einreden wenn ich mir die Pausen nehme, die ich brauche um, wie in dieser Woche, ein Schlafdefizit aufzuholen oder auch mal etwas anderes zu tun als zu lernen.

Und sonst?
Es gibt tatsächlich so eine Art „Motivations-/Austauschgruppe“ fürs diesen Studiengang. Mal sehen ob mir das wirklich hilft.

Statistik
Workload: 5,5 Stunden
Bearbeitete Seiten: 30
Motivationslevel: 7

Fernstudium #3: Lernupdate 1

Die ersten 10 Tage des Semesters liegt hinter mir und ich habe beschlossen, euch hier regelmäßig Updates darüber zu geben womit ich mich gerade beschäftige, wie es so läuft und was es sonst zum Thema Fernstudium zu erzählen gibt. Das hat den Vorteil, dass ihr auf dem Laufenden bleibt und ich außerdem gezwungen bin, mir ordentlich Mühe zu geben damit ich auch etwas zu berichten habe. Damit beherzige ich einen oft gelesenen Ratschlag, der lautet: Wenn du ein Ziel erreichen willst, erzählt möglichst vielen, was du vor hast. Das soll die Wahrscheinlichkeit des Scheiterns vermindern. Ich bin gespannt.

Ich habe euch ja beim letzten Mal erzählt, dass ich in diesem Semester zwei Module bearbeiten möchte. Eventuell werde ich mich noch auf eins beschränken oder ich arbeite beide parallel über zwei Semester durch bevor ich Prüfungen mache, aber das wird sich im Lauf der Zeit ergeben.

Gelernt::

Modul S3 (Soziologie)
Es geht im ersten Skript vor allem um die Erklärung verschiedener wichtiger Begriffe. Die Einleitung und die ersten zwei Kapitel habe ich durchgearbeitet. Es ist verständlich geschrieben und die Zusammenhänge erscheinen mir total simpel und logisch. Quasi selbsterklärend.

Modul P3 (Internationale Beziehungen)
Im ersten Skript geht es um die UNO. Kapitel 1 behandelt die UNO als Friedensorganisation und stellt die theoretischen Ansätze zur Analyse vor. Vieles davon hatte ich noch in den Untiefen meines Gehirns vergraben und wurde nun wieder ans Licht geholt. Definitiv ein Thema das mir wieder vor Augen hält, warum mir dieses Fach so Spaß macht. In Kapitel 2 geht es um die Struktur der UNO wobei ich bislang die UN-Charta und die Institutionen der UN bearbeitet habe.

Wie läufts?
Ganz ehrlich? Diese Woche lief es super. Ich war hochmotiviert und habe es geliebt, stundenlang am Schreibtisch zu sitzen. Früher hatte ich beim Lernen immer Musik an, mittlerweile habe ich (dank einer anderen Fernstudentin) study sounds bei youtube entdeckt und lerne jetzt bei chilliger Jazzmusik, knisterndem Kaminfeuer und prasselnden Regentropfen oder Ähnlichem.

Und sonst?
Ich versuche, über die Lerngruppenbörse ein paar Leute zu finden, mit denen ich mich Austauschen kann. Egal ob sie dieselben Module belegt haben oder allgemein übers Fernstudium, so dass man sich bei Motivationstiefs mal gegenseitig in den Hintern treten kann.

Statistik
Workload: 24 Stunden
Bearbeitete Seiten: 140 + 2 online-Vorlesungen
Motivationslevel: 10

Soviel zum Start ins Semester und jetzt geht es wieder an die Skripte…

Fernstudium #2: Semesterbeginn

Semesterbeginn

Am Freitag war es so weit. 1. Oktober, offizieller Beginn des Wintersemesters 2021/22, mein Studium-Restart an der FernUniversität in Hagen.

Studiengang: BA Politikwissenschaft, Verwaltungswissenschaft, Soziologie (Schwerpunkt Politikwissenschaft)

Als vor etwa zwei Wochen die Skripte bei mir eintrudelten – kiloweise – wurde mir nochmal deutlich vor Augen geführt, worauf ich mich da einlasse. Denn obwohl ich das freiwillig und aus echtem Interesse mache, es bedeutet Arbeit. Zumindest wenn man ein Ziel verfolgt.

Okay.
Semesterbeginn.

Zunächst möchte ich euch mal einen kleinen Überblick über den Status Quo geben.

  1. Ich habe mir im ersten Abschnitt meines Studiums (also vor der Pause) bereits 105 von 180 credits erarbeitet. Das bedeutet, mir fehlen noch 4 Module + die Bachelorarbeit.
  2. In diesen 4 Modulen MUSS ich mindestens 1 Hausarbeit und 1 mündliche Prüfung absolvieren. Fakt ist, dass ich in meinen möglichen Modulen höchstens noch 1 Klausur schreiben kann, da die anderen immer mit HA oder mündlicher Prüfung enden.
  3. Ich habe NULL Ahnung wie man ein Thesenpapier schreibt und ich hasse mündliche Prüfungen. (Beides lösbare Probleme – hoffe ich)
  4. Gebühren für dieses Semester: 240 € (2 Module á 120€), 50€ Semestergebühr
  5. Extraausgaben bislang: 30 € für ein Buch (ich habe es zwar als pdf aber zum Lernen habe ich lieber etwas „Richtiges“ in der Hand)
  6. belegte Module: P3 – Konflikt und Kooperation in den internationalen Beziehungen (ca. 1100 Skriptseiten + online-Vorlesung) S3 – Mikrosoziologie: Strukturen und Prozesse der Familie, Verwandtschaft, Gemeinschaft (ca. 800 Skriptseiten)
  7. Motivation auf einer Skala von 1-10: 9
  8. Wer tritt mir in den Arsch wenn ich ein Motivationstief habe? Ich fürchte niemand.
  9. Lern“plan“ – überwiegend am Wochenende (Freitag – Sonntag), ich würde mich aber gerne auch für die restlichen Tage für 1-2 Stunden täglich motivieren…
  10. Meine Idee: im Soziologiemodul die erste mündliche Prüfung machen, weil es mir „leicht“ erscheint, in P3 eine Hausarbeit schreiben weil ich bei diesem Dozenten auch gerne die Bachelorarbeit schreiben würde.

Mein Ziel…
Zugegeben, ein abgeschlossenes Studium würde mich sehr stolz und glücklich machen und es würde mich obendrein ein bisschen zu einem Angeber machen. Getreu dem Motto: seht mal, was ich geschafft hab – und zwar ganz alleine. Mit Fleiß, Willenskraft und Disziplin. Dabei bin ich der so ziemlich undisziplinierteste Mensch den ich kenne.
Aber letztendlich geht es mir auch in diesem Studienabschnitt vor allem darum, etwas zu lernen. Außerdem hetzt mich ja niemand. Selbst wenn ich mit 50 meine Bachelorarbeit schreibe, who cares?

Und ich möchte gerne noch an ein paar Seminaren teilnehmen, vor allem bei Herrn List, und ich hoffe sehr, dass es diese bald wieder als Präsenzveranstaltungen gibt.

Hier wird es regelmäßige Updates dazu geben, was gut läuft, aber auch wenn es nicht rund läuft. Denn ein Fernstudium neben drei Jobs, Hund und Haushalt ist bestimmt kein Selbstläufer.

Get the party started…

Habt ihr Fragen, Anmerkungen oder Tipps, wie man sich selbst besser organisiert? Immer her damit!

Neuerscheinungen Oktober

Antti Tuomainen – Klein Sibirien

Ein Rallyefahrer dem ein Meteorit ins Auto kracht, ein Pfarrer, der früher beim Militär war und dessen Frau vermutlich von einem anderen schwanger ist. Nicht nur Schatzsucher sind an dem Meteoriten interessiert, sondern auch das organisierte Verbrechen, was es für den Pfarrer nicht leichter macht, das seltene Objekt zu beschützen…
Der Autor ist in Finnland bereits berühmt und ich kann gut nachvollziehen warum. Ich liebe seine schrägen Krimis mindestens genauso wie die Finnen.
320 Seiten, erscheint als Taschenbuch am 19.Oktober bei Rowohlt

Jana Hoch – Dancing with Raven

Im neuen Buch der Autorin spielenn – wie sollte es anders sein – Pferde wieder eine große Rolle. Es geht um eine Freundschaft zwischen einem Mädchen, das in ein Internat kommt, und einem Pferd.
Das Buch erscheint am 14. Oktober und ich hab’s schon vorbestellt…
360 Seiten, Arena Verlag, ab 12 Jahre

Tove Jansson – Willkommen im Mumintal

Wie habe ich diese zauberhaften Wesen als Kind geliebt – und tue es heute noch. Deshalb wird dieses Bilderbuch definitiv bei mir ein Zuhause finden, wenn es am 14. Oktober erscheint.
128 Seiten, Arena Verlag

Graham Norton – Heimweh

Bei einem Autounfall in den 80er Jahren, sterben 3 Menschen, eine Frau wird schwer verletzt, nur Arztsohn Martin und Connor, der Fahrer, kommen glimpflich davon. Nach dem Prozess geht Connor nach England, seine SChwester heiratet Martin – es wird jedoch keine glückliche Ehe. 20 Jahre später treffen in New York ein Barkeeper und ein Gast aufeinander und stellen fest, dass sie etwas verbindet…
Nachdem mir „Ein irischer Dorfpolizist“ sehr gut gefallen hat, bin ich gespannt auf dieses Buch.
400 Seiten, erscheint am 19. Oktober bei Kindler

Grenzen

Ein Thema, das mich in letzter Zeit öfter – aber eigentlich schon immer – beschäftigt, sind Grenzen. Damit meine ich weniger Ländergrenzen, die ja in Europa seit dem Schengener Abkommen sowieso kaum noch sichtbar existieren, sondern mehr die persönlichen. Diese „ich kann das nicht“, „ich trau mich nicht“ und die „das würde ich nie tun“-Dinge, die jedem von uns mal mehr oder weniger oft durch den Kopf geistern. Das ist bei jedem unterschiedlich und was für den einen eine große Sache ist, sorgt beim Nächsten für Unverständnis.

Beispiel gefällig?
Ich habe kein Problem damit, nachts nach einer Party allein im Dunkeln durchs Dorf nach Hause zu laufen. Auch dann nicht, wenn keine Straßenbeleuchtung an ist. Andere lassen sich abholen.
Es macht mir auch nichts aus, allein in den Urlaub zu fahren. Bus, Bahn, Wohnwagen, Flugzeug, Hostel mit Mehrbettzimmer, Hotel… alles kein Problem. Zugegeben, manches hat mich am Anfang auch ein wenig Überwindung gekostet, aber wenn man jung und ungebunden ist, ist das nun mal die einzige Möglichkeit Urlaub zu machen, der nicht in den eigenen vier Wänden stattfindet. Und ehrlich gesagt bin ich auch ganz gerne mal alleine unterwegs. Tun und lassen zu können was man will und wann man will ist ein Luxus, den ich sehr zu schätzen weiß.

„Ich kann das nicht“ – die Aussage hat es bei mir auch schon oft gegeben. Zuletzt bei einer Hormonbehandlung mit täglich 3-5 Spritzen, die ich mir selbst verpassen sollte. Am ersten Tag stand ich mit einem Nervenzusammenbruch bei meiner Freundin auf der Matte, die mir dann freundlicherweise die Spritzen verpasst hat (nicht ohne sich vorher schon mal zu entschuldigen, dass sie mir nun wehtut). Am zweiten Tag habe ich es todesmutig selbst probiert (ich war zu dem Entschluss gekommen, dass ich schlimmstenfalls ohnmächtig vom Sofa fallen würde und war bereit, das Risiko einzugehen) und spätestens ab Tag 5 war das alles kein Problem mehr. Dieses Beispiel zeigt eindeutig, dass es gerade bei „ich kann das nicht“ Grenzen gibt, die längst nicht so feststehen wie man es sich gerne einredet.

Und woher kommt das überhaupt, dieses „ich kann das nicht“? Meinem mittlerweile 6jährigen Neffen ist das völlig fremd. So lange er etwas nicht ausprobiert hat, käme er nie auf die Idee zu sagen, dass er das nicht kann.

Irgendwann kommt jeder von uns an einen Punkt, an dem er sich in seinem Leben eingerichtet hat. An dem man weiß, was man zu tun oder zu lassen hat, damit es einigermaßen problemfrei rund läuft. Doch auch, wenn ich das in gewisser Weise bis zu einem gewissen Grad für einen erstrebenswerten Zustand halte, so ist das doch letztendlich einfach nur bequem und fordert uns keineswegs heraus. Und hat nicht jeder von uns Träume? Einen anderen Job, weil der jetzige uns nicht mehr gefällt oder keine Aufstiegschancen bietet. Ein Bootsführerschein um an freien Tagen den Fluss entlang zu schippern. Eine Reise nach Paris oder wohin auch immer.

Was hindert uns, unsere Träume wahr zu machen?

Die Bequemlichkeit. Die Angst zu scheitern oder sich lächerlich zu machen. Manchmal auch dieses „das macht man nicht“ oder „das ist nichts für dich“ das man von anderen eingetrichtert bekommt bis man es selbst glaubt.

Alles irgendwie nachvollziehbar. Aber erinnert euch doch mal zurück an etwas, das ihr geschafft habt. Als ihr den Mut hattet, etwas zu probieren und es euch gelungen ist. Denkt daran, wie ihr euch in dem Moment gefühlt habt. Ist es nicht ein irres Gefühl etwas erreicht zu haben? Und habt ihr in solchen Momenten nicht auch schon die Erfahrung gemacht, dass andere etwas, das ihr für gar nicht so besonders haltet (vielleicht weil ihr es auch nur „gerade so eben“ geschafft habt), bewundernswert finden?

Ein Beispiel.
Ich bin 2014 meinen ersten Halbmarathon gelaufen. Oder gekrochen? Ich habe jedenfalls knapp unter drei Stunden gebraucht und wurde sogar von einem Marathonläufer überholt. Ich war wirklich, wirklich langsam. Aber ich habe es geschafft. Ich habe die ganzen 21 Kilometer durchgehalten und das erste, was ich im Ziel sagte, war „es ist eine Schande, das man für ein Bier so weit laufen muss“. Ich glaube, es war das leckerste Bier, das ich je getrunken habe (obwohl ich die Sorte auch schon bei vielen anderen Läufen bekommen habe). Schnecke oder nicht, ich war echt stolz auf mich.
Natürlich war mir klar, dass so ein Halbmarathon schon irgendwie etwas Besonderes ist, denn in meinem Umfeld kannte ich niemanden, der das schon gemacht hatte. Trotzdem wäre ich nie auf die Idee gekommen, dass ich eine besondere Leistung erbracht hätte. Aber viele sahen das ganz anders. Sie bewunderten mein Durchhaltevermögen und auch meine Einstellung zu der ganzen Sache, denn mir war es einfach nur wichtig, die Ziellinie zu überqueren und mindestens eine Person hinter mir zu lassen.

Ich glaube, wenn man die Erwartungen an sich selbst realistisch betrachtet und nicht zu hoch schraubt, macht sich den ersten Schritt leichter. Alles auf einmal zu wollen, geht in der Regel schief. Man kann ein großes Ziel in kleine Unterteilen und sich für jede genommene Hürde selbst auf die Schulter klopfen. Als ich mit dem Laufen anfing, hab ich mich auch nicht hingestellt und gesagt „Ich lauf mal nen Halbmarathon“. Im Gegenteil. Ich wollte fünf schaffen, an einem Volkslauf teilnehmen und dann die Laufschuhe wieder an den Nagel hängen. Aber dann traf ich auf die richtigen Leute und meine selbst gesteckten Ziele wurden höher.

Meistens sind es andere, die mich dazu bringen, meine Grenzen austesten zu wollen. In dem sie mir von Dingen erzählen, die sie begeistern oder die sie selbst gerne mal tun würden. Oder in dem sie mir den nötigen Tritt in den Hintern verpassen (im übertragenden Sinn) wenn ich selbst mal eine Idee habe. Oder in dem sie mich einfach daran erinnern, was ich trotz meiner ständigen Selbstzweifel schon alles geschafft habe.

In diesem Jahr bin ich ganz gut dabei, meine aktuellen Grenzen auszuloten bzw. neu abzustecken und ich muss sagen, es fühlt sich ausgesprochen gut an!

Wie sieht es bei euch aus? Wann habt ihr euch das letzte Mal aus eurer Komfortzone rausgetraut?

Freunde

Erinnerungsstücke

Wie groß ist dein Freundeskreis? Überschaubar? Riesig? Ist jede Person, mit der du mehr oder weniger regelmäßig etwas unternimmst mit dir befreundet oder bezeichnest du nur ausgewählte Menschen als Freunde? Und was ist Freundschaft eigentlich?

Freundschaft ist ein auf gegenseitiger Zuneigung beruhendes Verhältnis von Menschen zueinander. – So steht es jedenfalls im Wörterbuch.

Freunde sind Familie, die man sich aussuchen darf. – Postkartenweisheit. Die beste, die ich zu diesem Thema gefunden habe.

Hast du schon mal über deine Freunde nachgedacht? Ich meine damit nicht darüber, was du ihnen zum Geburtstag schenken oder wie du ihnen bei einem Problem helfen kannst sondern darüber, wer deine Freunde sind und warum genau du mit ihnen befreundet bist.

Ich hatte nie viele Freunde. Es gab sogar eine Zeit in der ich behauptet hätte, ich hätte gar keine. Beim ehrlichen Durchzählen meiner aktuellen Freunde, also der Personen, die ich als solche bezeichne, kam ich auf fünf. Drei Männer, zwei Frauen. Die meisten davon kenne ich schon mein halbes Leben und ich hätte damals nie gedacht, dass ich mit ihnen befreundet sein würde. Aber warum bin ich mit ihnen befreundet?
Ich habe keine Ahnung. Es hat sich so entwickelt. Bei den Männern ist es so, dass wir dasselbe Hobby geteilt und dadurch viel Zeit miteinander verbracht haben. Bei den Frauen ist es, naja. Eine habe ich durch das Bloggen kennengelernt und bei der anderen war es irgendwie unmöglich, nicht mit ihr befreundet zu sein. Vom Charakter her sind alle sehr unterschiedlich, was ich auf der einen Seite sehr bereichernd finde, was es auf der anderen Seite jedoch auch mal schwierig macht.

Jeder hat eine andere Definition von Freundschaft. Die einen brauchen nicht viel um mit jemandem befreundet zu sein, andere wiederum brauchen Zeit bevor sie jemanden als Freund bezeichnen.

Grundsätzlich finde ich es bei Freunden wichtig, dass ich bei ihnen ich selbst sein kann. Ich möchte mich vor ihnen nicht rechtfertigen müssen, warum ich dieses oder jenes tue oder eben nicht tue. Ich möchte nicht, dass sie mir ständig nach dem Mund reden, nur damit ich mich besser fühle. Ich brauche die Gewissheit, dass sie hinter mir stehen, selbst wenn ich den größten Unfug mache. Die mir ohne Fragen zu stellen einen Schlafplatz anbieten wenn es notwendig ist. Ich möchte mit Freunden ebenso reden wie schweigen können ohne dass es sich komisch anfühlt – und besonders Letzteres ist ein echtes Geschenk.

Mit Freunden sammelt man die besten Erinnerungen. Man quetscht sich zu siebt in einen Golf und klappert die Zeltfeten der Umgebung ab, man geht nachts nackt im Freibad schwimmen, man sitzt abends mit ihnen am Lagerfeuer, führt endlose Gespräche über Gott und die Welt. Samstagabend im Billardcafé, die Freistunde im Café, die Sommerferien in einer Ferienwohnung am Meer.

So weit so gut. Aber wie ist das mit besten Freunden? Was muss ein Freund/ eine Freundin tun um den Titel „beste/r“ zu verdienen? Reicht es, einfach lange genug durchzuhalten oder muss man gemeinsam besonders harte Zeiten durchstehen?

Ich bin mir nicht sicher, ob ich einen meiner Freunde besonders herausheben würde. Jeder von ihnen ist auf seine eigene Art etwas Besonderes und wertvoll für mich.

Als Jugendliche war ich ein riesiger Fan der Serie „Dawson’s Creek“ – eine Serie über das Erwachsen werden einer Gruppe Jugendlicher an der Highschool (und später am College). Hauptpersonen sind Dawson, ein hoffnungslos romantischer und gutaussehender Filmfreak, und Joey, seine seid Kindertagen beste und ebenfalls gutaussehende beste Freundin, die in ihn verliebt ist. Es gibt sechs Staffeln Irrungen und Wirrungen und am Ende… Naja, was ich sagen will ist, dass Dawson und Joey (ungeachtet aller Zwischenfälle) immer eine besondere Verbindung haben und man als Zuschauer bis zur letzten Folge darauf wartet, dass die beiden ihr Happy End bekommen, aber (falls jemand die Serie gerade erst auf Netflix für sich entdeckt hat, bitte den Rest es Abschnitts überspringen) am Ende ist sie mit der Person zusammen, die sie gefordert hat. Mit dem Mann, der sie dazu gebracht hat, Dinge zu tun, von denen sie überzeugt war, sie aus diversen Gründen nicht zu können oder bei denen sie gar nicht auf die Idee gekommen wäre, sie zu tun. Und es ist nicht Dawson.

Ich hab das damals nicht verstanden. Ich hab nicht kapiert wieso sie sich nicht für ihren Seelenverwandten entschieden hat. Den Mann, mit dem sie diese innige Verbundenheit teilt und… wie auch immer, ich habe es nicht verstanden.

Mittlerweile zähle ich jemanden zu meinen Freunden, der genau das mit mir tut. Er fordert mich. Er hinterfragt meine mitunter festgefahrenen Vorstellungen davon, wie manche Dinge sein sollten, er bringt mich dazu meine Grenzen zu überschreiten oder zumindest sehr deutlich auszuloten, wo sich diese befinden. Seit er das tut merke ich, wie sehr ich das brauche und was es mit mir macht. Nebenbei bemerkt ist er auch der Mensch, der so gut wie alles von mir weiß und der mich, egal was ich getan habe, nie verurteilt hat. Aus diesem Grund ist er einer meiner besten Freunde.

Und deshalb verstehe ich heute, mit einem Abstand von unfassbaren 20 Jahren, warum Joey sich dazu entschieden hat, mit Dawson befreundet zu sein, aber mit dem anderen eine Beziehung zu haben. Denn wenn man sich sein Leben lang immer nur in seiner Komfortzone bewegt, wird man sich nicht weiterentwickeln.

Ich bin dankbar für meine Freunde und hoffe, dass ich sie noch eine ganze Weile zu meinen Freunden zählen darf. Ich würde nicht so weit gehen, mir zu wünschen, dass sie für immer halten sollen, denn die Erfahrung zeigt, dass das „für immer“ echt selten ist. Manchmal treiben äußere Umstände Freunde auseinander oder man stellt irgendwann fest, dass man nicht mehr auf derselben Wellenlänge ist. Die Feststellung, dass eine Freundschaft zu Ende geht, hat mich oft traurig gemacht und manchmal habe ich mich auch gefragt, woran es lag. In der Regel macht es keinen Sinn, jemandem dafür die Schuld zu geben, denn das bringt weder die Freundschaft zurück, noch hilft es einem dabei, an einem Ende etwas Positives zu finden. Abgesehen davon, gibt es selten jemanden, der das Ende zu verantworten hat. Es ist wichtig, dass jeder seinen eigenen Weg findet und es wäre schön, wenn sich einem dabei niemand in den Weg stellt, deshalb bin ich dankbar für jeden, der mich auf meinem Weg ein Stück begleitet hat. Wie in jeder anderen Lebenslage hilft es auch hier, wenn man mit manchen Dingen seinen Frieden macht.

Was ist dir in einer Freundschaft wichtig? Hast du schon mal einen Freund verloren und falls ja, wie gehst du damit um?