Der Speck muss weg…

Ich esse gerne. Ich esse gerne viel und vor allem esse ich am liebsten die falschen Dinge. Chips. Torte. Eis. Auflauf, großzügig mit Käse überbacken.
Morgens, mittags, abends – und gerne auch zwischendurch.
Dass das auf Dauer nicht gesund ist, weiß ich und natürlich spiegelt sich das auch in meinem Gewicht wieder. Ich sehe ja nicht umsonst so aus, wie ich aussehe.

Wie viele andere Menschen mit Übergewicht habe ich mehr als einmal versucht, dieses loszuwerden. Ich habe mich tagelang von Shakes ernährt, mich für vier Monate der Ernährungsmafia (ihr wisst schon…) angeschlossen, mich mit einer Gruppe von Bloggern mehreren Abnehmchallenges gestellt und unterschiedliche Ernährungsformen ausprobiert. Ich hatte mit allem davon Erfolg, aber auf Dauer habe ich nichts durchgehalten.

Warum nicht?
Weil ich gerne esse. Und weil ich zwei Dinge absolut nicht dauerhaft ertrage: Bücher lesen zu “müssen” und Vorschriften darüber was ich essen darf und was nicht.
That’s it.

Man sollte meinen, dass ich so langsam vom Scheitern die Nase voll habe, aber: NEIN. Ich finde ohnehin, dass man
A) erst gescheitert ist, wenn man aufhört es zu versuchen
und
B) Scheitern an sich nichts Schlimmes ist, denn jeder von uns hat Grenzen und sich überhaupt erstmal dorthin vorzuwagen, ist ja auch schon eine Leistung.

Nachdem ich mir in 7 Tagen Urlaub satte 4,3kg draufgefuttert habe, war ich fest entschlossen, diese so schnell wie möglich wieder loszuwerden. Da ich seit einer Weile wieder ganz old school Kalorien zähle (was auf Grund mangelnder Disziplin und Stress bislang eher so semi-erfolgreich war), machte ich mich in den unendlichen Weiten des WWW auf die Suche, nach kalorienarmen Rezepten, die schnell, einfach, lecker und aus möglichst “normalen” Zutaten bestehen. Ich brauche richtiges Essen und Smoothiebowls mögen zwar gut aussehen, fallen für mich aber allenfalls in die Kategorie “Nachtisch” und wenn ich “Chiasamen” und “Flosamenschalen” schon höre stellen sich mir sämtliche Nackenhaare hoch. Abgesehen davon, habe ich ja noch einen Mann zu Hause und definitiv keine Lust, für ihn extra zu kochen. Ich meine, ihm zusätzlich ein Schnitzel in die Pfanne zu werfen ist ja nicht das Problem. Aber mir einen Salat schnibbeln und für ihn Schweinebraten mit Knödeln und Rotkohl kochen? No way. Mitgefangen, mitgehangen.

Wo waren wir? Ach ja, die Rezeptsuche im Internet. Der Vorteil an Foodbloggern auf Instagram ist ja, dass immer gleich auch ein Foto dabei ist. Sieht lecker aus – was ist das? Schnell den Text überflogen, in Favoriten gespeichert, fertig. Sogar gleich mit Kalorienangabe (natürlich nur, wenn es sich um die Foodblogger handelt, die sich mit leckerem Gewichtsverlust beschäftigen). So landeten zig Rezepte in einer Instagram-Collection und ich ging einkaufen.
Mein Kühlschrank ist nun gefüllt mit Quark, Frischkäse, Hüttenkäse, Kochschinken und Eiern sowie diversen Einmachgläsern mit von mir vorbereitetem Essen “to go” oder “to in der Mikrowelle aufwärmen” und im Gefrierschrank stapelt sich tonnenweise TK-Gemüse.
Gemüse!!!
Es ist nicht so, dass ich Gemüse nicht mag. Ich bevorzuge halt andere Lebensmittel. Fleisch und Nudeln zum Beispiel. Oder Brot. Ich könnte mich tagelang von Brot ernähren ohne dass mir etwas fehlen würde. Mit Wurst, Käse, Lachs, Marmelade oder Nutella. Kein Problem. Nicht gesund, aber unkompliziert und lecker.

Die ersten Rezepte sind gekocht, probiert und für gut (oder weniger gut) befunden worden und wandern in den Rezepteordner. Also, den richtigen Ordner, zum Anfassen, mit Rezepten, die auf Papier geschrieben wurden. Die haben nämlich den Vorteil, dass sich da kein Bildschirm in den Off-Modus schaltet wenn ich mal zehn Sekunden nicht draufschaue.

Die erste Woche nach dem Urlaub ist rum und ich bin schon 3 kg wieder losgeworden. Allein durch Essen. Viel Essen. Leckeres Essen.
So kann es weitergehen.

Ein Gedanke zu „Der Speck muss weg…

  • März 24, 2022 um 2:47 pm
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    Hallo, ich sehe das genauso. Essen muss in erster Linie lecker sein. Wenn es dann noch gesund bzw. zum abnehmen ist, umso besser. Ich hasse diese Abnehmratgeber wo drinsteht, man muss nur das durch das ersetzen und dann klappt das schon. Wenn ich Appetit auf eine Schinkensemmel habe, dann möchte ich die auch essen. Da ist ein Putenbrust-Vollkornbrot keine Alternative. Von daher finde ich es toll, das du für dich tolle Rezepte gefunden hast, mit denen das Abnehmen klappt. Weiter viel Spaß und Erfolg.
    Christin

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